IOO Vorrede der Verfasser,
in dem Buch der Richter u. s. f. sich ohngefar auf fünfhundert zwey und neunzig Jahre be-läuft. Weil nun diese besonderen Umstände nicht nach den Jahren einer gewissen Jahrzaleingerichtet sind, so sind wir des wahren Betrags der Zeit wegen verlegen, indem wir nichtwissen, nach welchem Bestimmungsgrunde der Verhältnis diese Zwischenzeiten gerechnetwerden müssen ("'). ^ ^ ,
Diese Verschiedenheit der Rechnungen hat den Zeitrechnungsverstandigcn Raumgelassen, den Zeitkauf zwischen der Sundflut und der Geburt Christi zu vergrößern oder zuverringern, nachdem sie sich an die eine oder die andere Abschrift gehalten, oder auch dieganzen oder besondern Zalen verworfen oder behalten haben, wie es ihrer Neigung, die heili-ge Geschichte mit der weltlichen in eine Ueberstimmung zu bringen, oder aber die weltlichenach der heiligen einzurichten, am gemässesten geschienen. Gleichwie nun die Mishelligkeitunter den heidnischen Geschichtschreibern ebenfals gros ist, ein jeglicher Schriftsteller aberdem Geschichtschreiber gefolget ist, den er für den besten gehalten hat: so ist daraus ein ge-waltiger Unterscheid unter den neuern Zcitrechnuttgsverstandigen entstanden, wie aus denmanchfältigen Ausrechnungen erhellet, so verschiedene unter ihnen von den Jahren derWelt bis auf die Geburt Christi gemacht haben, die wir hieher sehen, wie sie vorn Sträu-chen °), Chevreau u. a. m. gesamlet worden
Tafel der Jahre der Welt bis auf die Geburt Christi,
nach drrAuorechnmig vecschiedenerZeitrechnungsversiändigen.
Zahre, Monate.
Alphsnsuo König von Casiilien
in Müllern Tafeln 6984
Eben derselbe bey dem Strauch 6484 9
Onuphriuo Panoiniuo 6zio
Suidao 6000 --
Cactanliuo, Philasiriuo 5801
(zz.B-b Die allster zum Beispiel angesäete Ver-schiedenheit des Zeitlaufs, vcm 'Ausgangs der Israelitenaus EgVpten an bis zum Anfange des Tempelbaues,rürt von der Verschiedenheit her, der i Kön.6, i gemel-deten 480 Jahre von der Summe, die aus den in demBuch Verbuchter gemeldetenRegierungsjahren der Rich-ter, und den Zähren der Knechtschaft der Israelitenherausgebracht wird, welche von den wenigsten Zeit-rechnern auf M Zahr gesetzt worden. Woraus aller-dings eine der grostcn Schwierigkeiten der alten Zeit-rechnung entstehet, worüber die Streitigkeit des HerrnAlph des Vignolcs mit dem Herrn Gottfr. Rohk-reif nachgesehen zu werden verdienet, ob gleich beiderMeinung von der wahren Zeitrechnung abweichet, wievom Herrn Joh. Alb. Hengel in orclme '?cmpc>rumc L ceLk.7p.74. kürzlich gezeiqet worden. Indessenwird dadurch die vorzügliche Beschaffenheit einer an-dern Zeitrechnung vor der hebräischen, nicht bestätiget,weil diese ganze Schwierigkeit blos aus der letzten, ent-schieden werden mus: vielmehr erhellet daraus, daßdie chronologische Schwierigkeiten nach dem RufAbrahams weder aufhören noch abnemen (4), ja durch
c) Lrcui-r. ckronoloLicum 1. 4 . ?. I. /) «Moire riu
. Zahre, Monate,
ltrcephorus 57vo -
Llen'.ens von Alexandrien 4624 -
Dl'eFasiiGiculi 5608 9
Jsaac Vofliuo und die Griechen 5598 -
Eben derselbe bey dem Chevreau 5590 -
Theophiluo ven Anriochien 5515 -
Die
die Verwechselung der hebräischen Zeitrechnung mitder sämaritanischen, zumal da dieselbe nicht weitergehet, als bis auf den AuSgang der Israeliren, eherzunemen muffe.
(Z4 B.) Dergleichen Verzeichnis verschiedener Mei-nungen von dem ^-chr der Welt, in welchem Chri-stus geboren, steht ausser dem Urb. Chevreau undAug. Strauch beim Lriedr. Spanheim in derckronol. lacrs, und beim Lud Moreri unter demWertvollste; weit volstandiger ist es in Joh, Alb.
Fabrrcu bibl. sntignaris c. 7^ §.9.9. rg? anzutref-fen , so in Lriedr. AS. Lampens Vorrede zu -Hot«stngers pentsü. cbronolog. noch vermeret worden, undsich leicht mit mehrern Zusätzen der neuesten Meinun-gen weiter vermeren liesse, wenn daran viel gelegenwäre, auch merklich verbessern; weil mai.che Ver-schiedenheit dieser Tafel, wie sie hier stehet, blosse Ver-sehen der Abschreiber sind, dergleichen bey der erstenZahl unleugbar ist, indem Müller und der König Al-phonsira niemals 6984 gesetzt haben, sondern 6484,ansiat der 4 aber 9 aus Versehen beim Ricciolo Im-bonato und Chevreau geschrieben worden.
inoaäs l, 1. c. 1.