Vorrede der Verfasser. 99
keilen über ihr Altertum äusserst verderbt worden, indem ein jedes in dem Stücke den Vor-zug haben wollte. Also meldet Herodoms , daß die Priester in Egypeen von des Me-nes bis aufGerhons Regierung, der den Gennacherib in die Flucht geschlagen, dreihundertein und vierzig Geschlechtsglieder, eben so viele Vulcanspriester, und eine gleiche Anzal Kö-mge vonEgypren gerechnet haben. Er sagt ferner, daß drey Geschlechtsgjieder hundert^ahre ausmachen; daß also, nach dieser Rechnung, die ganze Zeit von desMenes bis aufSerhons Regierung eilftausend dreihundertund vierzig Jahre ausgemacht. Die Chal,oaer rumten sich auch ihres Altertums, und gaben vor, die Sterne 473020 Jahr lang beob-achtet zu haben; und Callisthcnes, des Aristoteles Schüler, sandte astronomische Anmer-kungen von Babylon nach Griechenland, die sich auf 190z Jahre erstreckt haben sollen.Die Zeitrechnung der alten griechischen Schriftsteller ist nicht weniger ungewis. Diejeni-gen, so von den Altertümern geschrieben haben, als pherecydes,Epimenides,Hellanicus,Hippiasder Eläer, Ephorus u. a. m. richteten ihre Werke nach Stamtafeln ein, odernach den Altern und Folgen der Priesterinnen der Juno zu Argos,der Ephoren, der Kö-nige von Sparta, und der Archonten zu Athen u. s. f. fingen auch nicht eher an, die Ge-schlechtsglieder, Regierungen und Ner'chsfolgen nach Jahren zu bezeichnen, als einige Zeitnach Alexanders Tode, welches ihre Zeitrechnung sehr ungewis mache. Welches die Grie-chen selbst davon geurtheilet haben, wie aus verschiedenen Stellen bey dem plurarch erhel-let Die Zeitrechnung der Lateiner ist noch ungewisser, plurarch und Gervius ma-chen grosse Ungewisheiten in dem Ursprünge der Stadt Rom vorstellig. Die alten Urkun-den der Lateiner wurden ohngefär vier und sechzig Jahre vor Alexanders Tode von denGalliern verbräm, und (Quinrus Fabius pictor, der älteste lateinische Geschichtschreiber,lebte zweihundert Jahre nach dem gedachten Könige, und nam den grösten Theil seiner Ge-eichte aus dem Diocles Peparechius, einem Griechen. Kein einiges der europäischenVolker hat vor den Zeiten des persischen Reichs die geringste Zeitrechnung gehabt, und wassie gegenwärtig vor Ausrechnungen alter Zeiten haben, ist nachgehends durch Schlüsse undMutmaßungen herausgebracht worden. So daß bey einer aufmerksamen Betrachtungund geburenden Untersuchung der Altertümer der Völker und der Urkunden, die auf uns ge-kommen find, ganz unleugbar erhellet, daß der Juden ihre, wenn man auch ihr götlichesAnsehen beiseite seht, die gewissesten und zuverläßigsten, mithin der sicherste Grund sind,wvrauswir unsere Zeitrechnung bauen können. .
dikb^^ssen mus man doch gestehen, daß keine zuverläßige Uebereinstimmung in der jü-! Asi.^echnung anzutreffen sey, und daß die verschiedenen Abschriften ihrer Urkunden,Bratsche und samaritanische penrareuchus, und die stebenzig Dolmetschereinander abgehen. Welche Mishelligkeit aus zweien Dingen entstanden ist:n«? > oder den bey dem häufigen Abschreiben eingeschlichenen Felern;
^02^ 7 ,b .em Mangel der Rechnung nach einem festgesetzten Anfang der Jahrzal, under Einrichtung ihrer Geschichte bey derselben Aufzeichnung nach chronologischer Ordnung.
ganzen Aalen verschiedener Zeitbegriffe. Also wird z. E. ausdrücklich gemeldet , daß derJeltbegns von dem Ausgange aus Egypren bis auf die Gründung des Tempels Salo-ons vierhundert und achtzig ^ahr ausmache; da hingegen die Summe aller Stamvater
n z
c) ,,r<i ^ 7 -urL'i -c SoloniL i Rön. 6, l.