3
Einleitung zue algemeinen Wetthistorie
§. 7-
Ocellus Luea- Gcellus Lueanus, dessen Altertum und Ansehen man selbst dem Moses entge-meinuna 3^ sehen wollen "), ob er gleich nicht lange vor dem plaro gelebet, war einer der er-erst, aber sehr sten Vertheidiger von der Ewigkeit der Welt; tvorinnen er aber von seinem Lehrmeister,schlecht ver- dem pychagoras, weit abgegangen.^ Wir haben ein kleines Buch, von der Natur dertheibiget. ganzen Welt, das seinen Namen füret: in welchem er ausdrücklich behauptet, es seyschlechterdings unmöglich, daß die Welt entstehen und vergehen, einen Anfang oder einEnde nemen könne"); daß sie hingegen von sich selbst, ewig, volkommen und unver-änderlich sey'); und daß ihre Bildung und Theile sowol, als das Wesen und die Materiedes Ganzen *), notwendig und ewig seyn mästen, folglich auch das menschliche Ge,schlecht r). Aber die Beweisgründe, die er zu dem Ende anfüret, sind entweder albernund lächerlich ; als wenn er, zum Exempel, damit beweisen wii, daß die Welt notwen-dig und ewig, ohne Anfang und ohne Ende sey: weil ihre Figur und Bewegung circulför-mig, folglich auch ohne Anfang und Ende sey : oder es sind solche Beweise, dadurchnur dargethan werden svl, es müsse Etwas notwendig ewig seyn, weil es unmöglich, daßaus Nichts Etwas, und aus Etwas wiederum ein Nichts werden könne. Als wenn er sagt:Die Welt müsse notwendig von Ewigkeit her gewesen seyn, weil es einen Widerspruch insich fasse, wenn man ihr einen Anfang beilege. Denn, wenn sie einen Anfang gehabt;so müsse sie denselben von einer andern Ursache erhalten haben, und alödenn könne sie nichtdas Universum seyn -). Und auf diesen einigen Beweis läuft alles hinaus, was er imganzen Buch vorgetragen. So! man die Warheit sagen; so scheinet es, er sey selbstüberzeuget gewesen, daß die Welt, so ewig und notwendig man sich auch alles in derselbenvorstellen möchte; dennoch den Grund ihrer Notwendigkeit in einem ewigen und ver-ständigen N)esen habe, dessen wesentliche Volkommenheiten die Ursach ihrer Verbin,düng und Ordnung sey, so sie erhalte und ihre Auflösung verhindere *). Denn er geste-het, daß GOtt den Menschen gewisse Kräfte, sinliche Werkzeuge, Begierden und Nei-gungen, nicht zu ihrer Belustigung allein, sondern auch zur Erreichung gewisser Absichtenund Endursachen, gegeben "). Er bekennet auch ausdrücklich, daß das allezeit wirksameWesen regiere, und das allezeit leidende Wesen regieret werde; daß das erste an Kraft vor-gehe, das andere demselben nachgebe; daß das erste Mich, vernünftig und denkend, dasandere aber erzeuget, unvernünftig und veränderlich sey (*).
§. 8 -
Aristoteles war mit dem Lueairus einerley MeiiMg, wie vorhin schon jeder«man bekant ist (7). Er war, wenn man ihm glauben sol, wenigstens unter den Griechen
der
"y Siehe das Buch Orzcler ok Nerlon s,. 215. »l Siebe t)c. Ze voiucrko p. Lo6. intcr opll-
lculs in^ldoloZicz s l'koms 6r>c eäir», Oc. cir. p, ZIO. ss) l<!em p. 518.
-I m. p. 5Z0. -) I-i. p 514. Siebe auch Oridrr r,f Lerlvn >oc. cir. I) Oc. I>. ;o6'508.
si lexibur krsxm. x>.Iciem ä- vniuerlo n. ;,l. L/o-ct l. c. v. zz. «-) vc-t-
/«r äe Wx,bu5 kc-xm-m. vbi lupr-i p /zz.
(4. B.) In Hrn. Bruckerg liill. crit. pllik. tischen Lehrgebäude erhelle. Womit eben daselbsttom. r p. l irr wird theils gegen Packers Ein- p. 8-8 zu vergleichen ist, alwo von der Uebereinstim-würfe bewmen, daß Ocellus der wahre Verfasser mung Ariflorelis mit demselben gehandelr wird.dieses ihm beigelegten Buchs äe vniuerlo sey ; (;. B.) Es gehört hieher der ganze weitläufige
theils sein Lebrbegrlf dergestalt vorgetragen, daß Streit vom Aebeismo Acistotelis, der von so vieldie Uebereinstimmung desselben mit dem pptbago- geschickten, aber nicht allezeit unparteiischen Federn
ge-