r6 Einleitung zur algemeinen Welthistorie
diese Welt ewig und unveränderlich sey ^), sondern daß auch alles, was da ist, nur EinlVestn sey; daß kein eigentliches Entstehen oder Aufhören stat finde; daß dieses einigeWesen unbeweglich sey, und allezeit eben dasselbe, was eö ist, bleibe und GOttsselbstsey ^). Welche Meinung nachher nicht nur von seinen Schülern, dem parmemdes,Melissus And Zeno aus Elen, sondern auch von dem Stilpo und den megarifiHenWeltweisen vertheidiget worden. Damit sie aber dem Einwurf begegnen möchten, derleicht wieder die Unveränderlichkekt der Welt gemachet werden können, wenn man sich aufdie beständige Veränderungen, so aus dem täglichen Entstehen und Aufhören einzelerDingeerweislich sind, berufen hätte: so haben sie behauptet, daß alles, was von Veränderungenvorzugehen scheine, aus blossem Blendwerk unserer Sinnen bestehe, und nur so vorkomme.Allein, aus dieser letztem Verschanzung können sie leicht vertrieben werden» Denn weil sienicht leugnen können, daß Veränderungen in der Welt vorgehen, wenigstens dem Scheinnach: so folget selbst daraus, daß die Natur nicht unveränderlich sey, sondern notwendigin denjenigen Dingen, so die Empfindungen wirken oder leiden, verändert werde. Daaber die Empfindungen Leidenschaften sind: so wird dabey einestheils eine wirkende Ursa-che, andernthells aber ein leidendes Wesen, das solcher Empfindungen fähig sey, vorausgesetzet. Und dieses wirft die eingebildete Einheit und Unveränderlichkeit aller Dinge ganz.lieh um '). Es ist aber diese Meinung des Xenophanes und seiner Nachfolger, daßGOtt und die Welt Ein Ding seyn, die so ungereimt und gotlos ausstehet, von verschie-denen Gelehrten dergestalt erkläret und derselben Anhänger vertheidiget (14) worden ^),als hätten sie durch die Welt oder das Ganze nicht die Materie, daraus alle Dinge gebil-det worden, sondern das einfache Grundwesen, von dem alle Dinge ihren Ursprung ha-ben, das ist, den wahren GOtt verstanden, von welchem sie ausdrücklich behauptet, daßer unkörperlich sey 5 ), folglich nach ihrer Meinung nicht die'Körperwelt selbst styn kön-ne. Weil aber die Schriften dieser Weltweisen überaus dunkel sind ; so seyn sie voneinigen der Alten, die in metaphysischen Betrachtungen nicht sonderlich geübt gewesen, ganzphysifick) und auf eine grobe Weise verstanden worden, als hätten sie so viel sagen wollen, daßdie ganze Körperwelt nur Ein Ding von unbeweglicher Art sey, und dadurch nebst allemUnterscheid der Dinge alle Bewegung, Veränderung und Wirksamkeit aufgehoben:
auf
»p. öe praep. kaiLnx, t..l. c. g. b>. c. ;5. c) lleyliiloi'.gp.ermäeml. 14. c.17.
Vic>. diain >Ie Xenoplizne , Xenons , 6eorgm inin'irio, ec IN l^ucuUn. ( 7 /?. in
giizett.-teiisein. 2. Vill. in I. I. e) viä,vd'i luprz. /') />-
Oc c!e nur. veocurn t>. 1, p.44. tt'srcäe pentsr?. z. c. >8. I. c, p.;77Z8Z.tgg, §)
I. c. p. Z78. Z8Z.
(14. B.) Bey der grossen Verschiedenheit der stellen, sind nebst den von den Verfassern bereits an-Meinungen zwischen dem Bayle und Luvwortb gcfürten Schriftstellern zugethan der He Abt Mos-ubrr dem elcatiscken Lehrbegrif haben die Versah beim in den Anmerkungen über den Ludworlb,str alhier nichts entscheiden wollen; sondern beide Jac.^rred <;eimman lütt. atlrcil-in. Itb. 1 0. zo,Meinungen nur vorgetragen. Der erstem Vor- und Joh. Alb. Fabricms in den Anmerkungenflellung der Lehre ZLenophanis, als eines Vorgän- zum Scrto Empirico lib. i. e. zz. Hr. Lru-gers des Spinoza, sind nebst dem Bayle beigetrc- cker hat eine Mittelstrasse erwalet und den ttnter-ken BuSdcus (iz), Golfe. Glcacius in den scheid des Lehrbegrifs ^enophaum vom spinozi-Ausatzen des Stanleys bitt. pttilosi pure. 10, Job. stisthen zwar zugegeben und bargethan, doch aberLbristovy. lvolf in den Anmerkungen zu Ori- auch Simplicii Deutung seiner Worte vor einegenis pnriolopmmwnis c. II, „nd Job. Gottfr. Verdrehung der wahren Meinung desselben ausge-walther IN den erofneten elearischen Gräbern, geben, welches bey desselben eclectistben Vorurtbei-Dcr andern Ludworlbucken aber, Zsenopha- len und übertriebenen Vereinigungen der wiedrigste»nem von dieser Beschuldigung loszusprechen und sei- Lehrbegriffe nicht unwarfcheinlich ist. s. tritt, ptül-11 en Lehrbegrif a!ö richtiger und gegründeter vorzn- tom. i x. rrzr.