erster Abschnit. i z
Denn man kan nicht absehen, wie es möglich sey, sich die Ewigkeit als einen'Augen,blick vorzustellen; oder begreifen, wie etwas zugleich und auf einmal dasey, das doch not«wendig als mit allen Folgen aufeinander kommender Dinge fortdaurend angesehen werdenmus"). Was man aber auch den oben angefürten Gründen vor die Ewigkeit der Weltvor Stärke beileget, in Absicht der gesamten Welt und ihrer Veränderungen: so beweisensie doch ganz und gar nicht, daß der Zusammenhang der mit unserer Sonne verbundenenWeltkörper, noch vielweniger aber die Gestalt unserer Erde, allezeit so, wie jeho, beschaf-fen gewesen. Und eben darin bestehet der grosse Jrtum der Aeternalisten, der mit Grün-den, die theils aus der Vernunft, theils aus menschlichen Zeugnissen hergenommen sind, starkbestritten worden: der Ueberfürung aus gütlicher Offenbarung nicht zu gedenken; wie wirim nachfolgenden verneinen werden.
§. iz. .
Einige unter den neuern Vertheidigern von der Ewigkeit der Welt haben ihre ^Des Spmü,Meinung auf ganz andere Gründe gebauet, als die alten. Sie haben sich unterstan-öden zu behaupten, daß diese Körper-welt selbständig und notwendig, ja GOtt selbst sey.
Dieses ist die Lehre des Spinoza, den man für den ersten hält, der die Arheistereydurch regelmäßige Folgerungen nach mathematischer Lehrart in einen zusammenhängendenLehrbegrif gebracht. Gleichwie aber der Grundsatz, auf welchen er solchen ganzen Lehrbe-grif gebauet , in der That nicht neu gewesen; so wird nicht undienlich seyn, ehe wir von ihmreden, erstlich von denen etwas zu melden, die ihm den Weg gewiesen, ob er gleich in ge-wissen Stücken von ihnen abgegangen (").
§. 14.
Daß diese ganze Welt nur Eine Substanz sey, ja, daß GOtt und die Welt zu- Des Xeno-sammen nur Ein und eben dasselbe Ding seye; ist eine öffentliche und von mehrern ange- s,ung.nommene Meinung gewesen, vor deren ersten Erfinder Tenophanes, der Stifter der nach-her sogenanten eleatischen Schule, gehalten wird. Er sol nicht nur behauptet haben, daß
diese
t,. I, 7 ,'//oe/ü«,Pepdjgttl 1 Vol. 7. serin. IZ. kt. LVa-ei VemonikcLt. p, 45. P.644»
ver Sache verstanden; so macht dieselbe nichts veiwertzjch, das sonst seine Erweislichkeit hat. Undergleichen Unbegreiflichkeit wird bey der EwigkeiGOttes, ja aller Herstellung des Unendliche», von j<derman gern zugestanden. Sol damit aber ein inn<rer Widerspruch anzeiget werden, der sich gar nichdenken last: so ist derselbe bey der gütlichen Ewickeit unerweislich; wenn man nicht, wie hier gesch«hen, entweder das Vorurrheil des Ansehens gelehrteund scharfsinniger Männer für einen Beweis ansehewil; ohnerachtet nicht alles scharfsinnig und gegnnder ist, was dergleichen Männer schreiben; oder eineLchrsak; durch MiSdentungverändern, damit er urgereimt und wiedersprechend herauskomme. Wirdis letzte vermieden: so fallen die zwey alhjer gcpachten Einwürfe hinweq. Denn wenn zuweiiod'e Ewigkeit GOttes ein Augenblick oder ein P,m3enc»it wird: so geschieht solches gleichmsweifivms also auch nicht über die Vergleichungsstuc!Ledeutet werden, die bey diesen von der Ewigkeit g
brauchten Ausdrücken blos in der Ausschliessiing al-ler ausser einander befindlichen und auf einander fol-genden Dinge oder Untheilbsrkeit bestehet. Wennaber von dem notwendigen Wesen GOttes gesagtwird, daß es zugleich mid anfemma! dasey, oder nieanders werden könne, als es ist, und dahe» keine in-nere Folge verstatte: so ist die Rede nicht von demVerhältnis der ausser GOtt befindlichen auf einan-der folgenden Dinge gegen denselben, als in wel-chem Verhältnis der Fortdauer mit und neben ein-ander eine Folge stak findet, ohne daß daraus eineinnere Folge in dem Wesen GOttes und dessen not-wendigen Daseyn oder Dauer entstehe, als weichevielmehr notwendig mit sich bringt, baß GOtt mirallen auf einander folgenden Dingen unverändertfortdaure, und zugleich dasey.
s iz B.) Hieven verdienet Joh. Franc- DuS-Vei üils. <le öpiuorismo oute 8pinorsw verglichenzu werden, welche desselben snoleLtis IiiltoriLv-pln-toloplncie einverleibet worden.