-zweiter Abschritt. 2Z
§. 22 .
andere Meinung, deren wir oben §. 5 . gedacht, daß die Materie oder die Sub- Beschaff?«-stanz dieser ganzen Welt ewig sey, ob man solches gleich von ihrer gegenwärtigen bca der z>vei-Form nicht sagen könne, ist von den Alten fast durchgängig angenommen wor-„„„g,den; als welche aus dem bekamen Grundsatz: Aus nichts wird nichts (^), geschlos-sen, daß die Erschaffung der Materie etwas schlechterding unmögliches sey; dabey sie aberdoch zu gleicher Zeit hinlänglichen Grund zu haben vermeinet, zu glauben, daß die Welknicht immer in dem gegenwärtigen Zustande und jetzigen Einrichtung gewesen sey. Eskönnen aber diejenigen, die dieser Meinung zugethan gewesen, wiederum in zwey Gattun-gen abgetheilet werden. Einige haben sich Mühe gegeben, die Erzeugung der Welt, oderdie Hsrvorbringung ihrer gegenwärtigen Gestalt, lediglich aus Bewegungsgeseßen und ausder Selbstthätigkeit der Materie herzuleiten, ohne den Beistand und die Mitwirkung einerüblichen Kraft zu Hülfe zu nehmen. Andere aber haben dabey ein verständiges Wesenjum Baumeister und Anordner aller Dinge angenommen. Ehe wir aber beide verschie-dene Lehrbegriffe und Vorstellungen in nähere Betrachtung ziehen, so wird nicht undienlichseyn, die von ihnen gebrauchten Gründe genauer zu untersuchen.
H. 21.
Wenn man alle Gründe wohl erwegek, welche sowol für als wieder die Erschaffung WieberlesmiZder Materie angefüret zu werden pflegen; so ist es so ferne, daß die Unmöglichkeit der-derselben,fttben erhellen solle °), daß sie vielmehr alödenn notwendig eingeräumet werden mus ö).
Denn wenn es ungereimt ist, sich die Materie als die einige Substanz vorzustellen,wie oben hinlänglich gezeigst worden: so ist es noch weit ungereimter, zwey oder mehreregleich ewige Wesen anzunemen; welches letztere gleichwol von den Alten vor keinen Wie-derspruch angesehen worden. Wenn aber dieser gotlose Satz, daß GOtt nicht der Schö-pfer der Materie sey, einmal als richtig vorausgesetzt wird: so haben diejenigen Weltwei-fen, welche GOtt vor den Baumeister, Erhalter und Regierer der Welt ausgegeben, ih-kev vermeinten Rechtgläubigkeit ohnerachtet, weit ungereimter und mit wenigerm Zusam-menhang geschloffen, als die andern, die alle Beschäftigung GOttes bey Erschaffung derMaterie geleugnet (^). Denn wenn die Materie ein ewiges, Erschaffenes und von^Ott unterschiedenes Wesen ist; so mus sie auch ihr Daseyn ihrer eigenen Natur zu dan-ken haben, und von keiner andern Ursache, weder in Absicht ihres Wesens, noch auch
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Siehe eben k.s) Viä. Viaivnaire ktiüorigue ärtic. »einsrgue 6. er betitle lliero»
rle« kl>ilolox>ke, remsrgue a»
(ri.B.Y Dieser Sah ist allerdings der algemei- irr. B.) So scheinbar bis vom Bayle gefälteMe und stärkste Anstos heidnischer Weltweisen gewe- Urtheil und dessen Beweis manchem vorkommenien, der sie gehindert, die sonst so erweisliche Her- mag: so »«gegründet und unrichtig ist es doch, wennErbringung der Welt von GÖtt einzusehen. Die es genauer erwogen wird. Die ganze Beurthei-Aebung solcher Schwierigkeit durch richtige Erklä- lung der grösser» oder geringern Unerträglichkeit des-UNg und Einschränkung solches an sich wahren und mehrern oder wenigem Zusammenhangs bey un-«u>n Beweis GOttes selbst nötigen Grundsatzes, ist richtigen Lehrbegriffen, beruhet theils auf der Er-!y den oben angefürkcn Schrillen (8), ja selbst in weislichkeit und Fruchtbarkeit gebrauchter Grund-^eser Einleitung §. g. anzutreffen. Wobey vergli- sähe, theils auf der Verbindung derselben sowol un-werden kan Hrn. Joh will). Feueclems -iiss. ter einander als mit ihren Folgen, theils auf derE sriomste, ex nibilo nikil üt, eiusgue concilia- verschiedenen Anzal und Erheblichkeit, auch Beaut-vne cum änürins tkcologics ct xbllosoxkrcs äe wortlichkeit der dabey noch übrigen Schwicrigkei-r»kione munät. ten. In allen diesen Absichten nun mus der Vor«