22 Einleitung zur algememm Welchistorie
Einheit desselben aufhebet "). Und eben darum wird von den Spmozisten beides beständiggeleugnet, die dabey gar ungereimt vorgeben, daß keine Theilung der Materie stat finde,es sey denn, daß ein Theil derselben von dem andern durch einen wirklich leren ZwischenrauMabgesondert werde. Eben so unmöglich ist es nach diesem Lehrbegrif, daß GOTT ein ver-ständiges Wesen seyn könne. Denn da die Vorstellung und der Verstand ganz unstreitigeine wirkliche besondere Eigenschaft oder Volkommenheit ist, keinesweges aber eine blosseWirkung oder Zusammenfügung einer unverständigen Figur und Bewegung, wie solchesvon gelehrten Männern gar gründlich erwiesen worden *): so folget daraus, daß GOtt ganzunmöglich auch nur dieselbe unvolkommene Erkentnis besitze, die ihm Spinoza noch zugestan-den hat; die doch bey gänzlicher Ermangelung alles Vermögens zu wollen oder zu wäle»GOtt nicht volkominener oder verständiger macht, als wenn er ganz und gar keine Vorstel-lung hätte ^). Hobbcsius, welcher gleichfals der Meinung zugethan gewesen, daß eskeine von der Materie unterschiedene Substanz gebe, gleichwol aber die Schwierigkeit vorsich gesehen, wie es möglich sey, daß die Vorstellung und das Bewustseyn eine WirkungderGestalt undBewegung sey,findet sich genötiget,seine Zuflucht zu der höchst ungereimten Mei-nung der alten Hylozoiker zu nemen, daß nervlich eine jede Materie, als Materie, nicht nur mitFigur und Fähigkeit zur Bewegung,sondern auch einer wirklichenEmpfindung undVorstellungversehen sey; und daß ihr weiter nichts als die schlichen Werkzeuge, oder das Gedächtniß derThiere fele, ihre Empfindung zu erkennen zu geben -).
Zweiter Abschnit.
Von der Meinung derer, welche dafür halten, daß zwar die
Materie, aber nicht die Form der Welt ewig sey.
Inhalt.
Es werden diejenigen, die dieser Meinung beigethansind, in zwey Arten abgetheilet^, ro. Hierauf wer-den
» Die Gründe dieser Meinung vorgetragen. §. --4.
z. Eine nähere Prüfung derselben angestellet, und»war
Derjenigen Meinung, nach welcher die, Bil-dung der Wett aus mechanischen Grunde,»hergeleitet wird. §. Hierunter gehöret ,)die vvm Sanchuniachsn vorgetragene Mc,-lumg der Phönicier, §. -6. wovon des Eil»sebii Urtheil angcfürct wird. §. -7. DieMeinung der Egyprier, welche vorgetragen§ 23. und beurtheilet wird. §. »y. ;)DieMeinung der Lhaldäer, §. zo. samt der Be-urtheilung derselbigen. §. z>; 4) Meinung derheidnische» Poeren, erstlich überhaupt, §. z».besonders des Orpheus §. z; - zy. und He-siodi. §. zz. ;) Meinungen der griechischenPhilosophen, und zwar ->) des Thales, §-Z9- b z des Anaximander, §. 40. c) desAnaxi,„enes, A 41. 6) des System«»,»
Aromorum, welches von Democrirus undLeucippns ersonnen, §.4-. 4?. undvomEpi-curus besser eingerichtet worden §. 44.
d. Derjenigen Meinung, die nebst der Ewigkeit der
Materie ein vernünftiges Wesen dabey erkaiithaben. §.45. Unter diesen haben». Einige dec^-arerie Vernunft beigeleget.
«) tteberhaupt ^ippasus,-Zeraclieuo -c. §. 4s.M Besonders die Stoiker. Dieser Philoso-phen Meinung wird erstlicd vorgetragen,§- 47 48 zum andern verglichen mit derMeinung der Indianer, §.49. der Lhi-neser, sowol der alten §. ;o. als derneuern, §. 5,. 52. der Siamer und heuti-gen Jude» §.sZ.
r, Andere haben zwey gleichewige Principsbehauptet, GOtt und die Marerie. §. 54-Es gehöret dahin >) die Meinung des phe-reeydes und pyrhagora. §. 55. Dondieser wird untersucht was des pyrhaaoraDyades, §.;ü. Terrades, §. 57. un-geheimnisvolle Zaleu bedeuten sollen §';z. 5--. 60. r) Die Meinung des Timäu»und Archyeas. §. 61 ,) Die Meiniins
des plaro vvm Ursprung § 6r. und Bu-düng der Welt §. 6z. 4, Meinung de»Anaxagoras; §.<>4- 5°) des Archelauo-§.6r. 6Z bes Empedoeles; §. 66. 7splurarchus und anderer; §. 67. 8) dc»^ermogenes. § 6g. 6z.
§. 20 -
«t-) Obwol Spinoza erkennet, daß nur ein einiger GOtt sey: so gestehet er doch nicht zu, daß er im eigentlich-sten Verstände ein em,ges und einfaches Wesen sey. via. op-r- t>oau. kp. ;o. p. 557. x) 6^--^ v-m-nüc,
k>.6l. Idill.p,55. 2 ) //osstzs;c.s;.scÄ.Via. Ocmoullr. vdt suprs l>.6z.