32 Einleitung zue algemeinen Welchistorie
zugeschrieben worden ^). Womit auch derjenige kurze Bericht übereinkomt, den uns Diog^nes Laernus von der egyptischenphilsjophie hinterlassen hat 5 ), so von ihm aus denlManerhon und ^ccatäus genommen worden; nemlich, daß die Materie das allererstePrincipium gewesen, aus welchem sowol die vier Elemente nachher abgesondert, alsauch alle Arten der Thiere gezeuget worden: und daß die Sonne und der Mond ihre Got-Heiken gewesen, davon jene Osiris, dieser aber Isis genennet worden. Ein gewisser sehr geschick-ter Man /) hat sichs sehr ernstlich angelegen seyn lassen, die Egypter von dem argenVerdacht zu "befreien, daß sie keine andere Gotheit als die leblose Materie sollen erkanthaben. Er meinet, was Eusebius gegen sie anfüret, sey um soviel unerheblicher, je deut-licher er demselben an einem andern Ort selbst wiederspricht; indem er bezeuget, die Eg^prer hatten die Einrichtung der Well einer wirkenden Vernunft und einem verständigenBaumeister zugeschrieben, welchen sie, wie er aus vorhin gedachten Porphyr» Berichtmeldet, Cneph genant, und auf eine symbolische Art in der Gestalt eines Menschenvorgestellet, der von dunkelblauem Ansehen gewesen, eine Binde, Scepter und königlichenFederbusch auf dem Haupte gehabt, aus dessen Munde ein Ey hervorgekommen, darausein anderer Gott entstanden, den sie phtha und die Griechen Vulcamrs genant. Vonwelcher hierocstyphisthen Vorstellung folgende Erklärung gegeben wird: seine Ge-stalt werde so gebildet, weil dis verständige Wesen schwerlich ausgefunden werde, verbor-gen und unsichtbar sey ; weis er der Urheber des Lebens und Beherscher aller Dinge seyund weil er auf eine unkörperliche und geistliche Weise beweget werde, so die Federn aufdem Haupte insonderheit anzeigen sollen. Das Ey aber, welches aus dem Munde diesesGottes hervorgehet, zeiget die Welt an §). Ihre erste und oberste Gotheit wurde zu-weilen auch als eine Schlange mit einem Sperberkopf von ungemeiner Schönheit beschrie-ben , welche durch Oefnung der Augen die Welt mit Licht in den obern Gegenden erfülle,aus deren Verschliessung aber Finsternis entstehe ^). Was aber diejenige Stelle be-treffe, welche Porphyrius von dem Lhäremon angesüret, und darin er nur dem Ane-bo verschiedene Zweifel vorgeleget, um sich darüber weitem Unterricht auszukitten: so ha-be Iamblichiuo unter dem Namen Abammo, eines andern egyptischcn Priesters,darauf geantwortet und geschrieben: daß Charemon und andere, die sich vorgenommenvon den ersten Ursachen der Welt zu schreiben, nur die letztem und untersten Principia er-klären, sowol als diejenigen, die von den Planeten, vom Thierkreise und von andern astro-nomischen Dingen handeln: indem die Egypter den Ursprung aller Dinge nichtschlechterdings der Natur alleine zugeschrieben, sondern das Leben der Sele und des Ver-standes von dem Leben der Natur unterschieden; und dieses nicht nur in Absicht der ganzenWelt überhaupt, sondern auch in dem Menschen besonders ; auch dabey erkant, daß einverständiges und vernünftiges Wesen ursprünglich von sich selbst dagewesen, und alsdennerst die Welt dergestalt gebildet worden -). Aus diesem Zeugnis Iamblichii, der nichtlange nach Porphyrio, mit Eusevio aber zu gleicher Zeit gelebet, und sich sehr viele Mühegegeben hat, hinter die wahre Beschaffenheit der egypnsihen Theologie zu kommen,erhellet nun, daß die Egypter nicht durchgängig dafür gehalten, wie Charemon voneinigen derselben versichert, daß eine leblose Natur der erste Ursprung aller Dinge sey»sondern daß sie sowol in der Welt, als in dem Menschen selbst, eine Seele zugestanden,
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