86 Einleitung zur algemeinen ÄZelthisiorie
müssen, daß diese andere Masten, so vorher mit derselben vermengt gewesen, in die Höht jgestiegen. Wodurch denn in dem Chaos zwey besondere und sehr verschiedene Gegenden §entstanden, davon die untere und grössere aus einer Samlung dicker und schwerer stößigenDinge bestehen müssen, oder aus einem ungeheuren Abgrunde, der den vesten Mittelpunktoder Kern unmittelbar umgeben; die obere und kleinere aber aus einer Samlung irdischer,wässeriger und zur Lust gehörigen Theile, so sich in einer unordentlichen Mischung befundenund gedachten Abgrund umgeben. Und darin setzt er den Stand der Finsternis, indem dieSamlung aller dieser dunkeln Körper, die vorher in den unermeslichen Gegenden der At-mosphäre herumgeschwermet, notwendig die Sonnenstralen poch mehr unterbrechen müssen,als vorher geschehen können s).
§. 94 »
Beschreibung Nachdem nun die Dinge in diesen Zustand gekommen, so ist das sichtbare Stückdes ersten ta-j)es ersten Tagewerks die Hervorbringung des Lichtes gewesen, oder die allen Theilen des^ ' Erdbodens geschehene almalige Erscheinung des Lichtes,, nebst der daraus herrürenden
Unterscheidung der Finsternis und des Lichts, der Nacht und des Tages auf unserm Erdbo-den. Welches durch die Absonderung des obern und elementarischen Chaos, der irdischen,wässerigen und zur Luft gehörigen Theilchen in zwey besondere Gegenden, vorgegangen.Davon die eine aus einer vesten Kugel von Erde bestanden, mit einer anschlichen MengeWasser in dem Zwischenraum und Oefnungen derselben. Die andere aber aus einer so genan-ten Atmosphäre oder Masse der leichtesten irdischen Theilchen, nebst dem Ueberrest der .Wasser- und Lufttheilchen, die doch noch etwas unordentlich mit einander vermischet gewesen. ;So daß in dem ersten Tage oder Jahre der Schöpfung die irdischen oder dicken Theile ih-ren Platz unten, zunächst auf der Oberfläche des Abgrundes genommen, sich zum theil in .denselben gesenket und eine Kugel von Erde ausgemacht, in deren Zwischenraum und klei- inen Holen alle die Wassertheilchen eingeschlossen worden, die bereits in dieser Gegend ge- fWesen oder darauf herabgefallen, ehe sie vest worden. Welche Gegend sich über dem Ab- >gründ so wert erstrecket, als die Menge solcher Theile zugereicht. Und an eben diesem er- tsten Tage haben die oberen Gegenden des Chaos, die nun einigermassen von den irdischenund dunkeln Körpern befreiet gewesen, welche solches vorher verhindert und die oben gemel- ^dete dicke Finsternis verursachet, angefangen von den Sonnenstralen beleuchtet zu werden. 'Daher von da an der prächtige Ausflus, das Licht, angefangen auf der Fläche der Erden zu rerscheinen, und durch den jarlichen Umlauf nach und nach ihre verschiedenen Theile zu erleuch- !ten, folglich auch den Wechsel der Nacht und des Tages zu verursachen
§. 95 - '
Zweites tage- Der sichtbare Theil des zweiten Tagewerks hat in dem Aufsteigen der Luft und derwerk. darin befindlichen Dünste bestanden, in der Ausbreitung derselben über der Erden, so die >Beste genant wird, und in der dadurch geschehenen Absonderung der obern und untern 'Wasser; davon die erstem aus den Dünsten bestanden, die durch die Lust erhoben und inderselben getragen worden; die letztem aber aus allem übrigen Wasser, das entweder in lden kleinen Oefnungen, dem Zwischenraum und Eingeweiden der Erde verschlossen gewesen,oder auf der Oberfläche des Erdbodens gestanden. Indem die Hitze der Sonnen gegen dasEnde des ersten Tages schon ziemlich stark auf die obern Gegenden des Chaos gewirket, und >die untern irdischen Lagen steh immer enger in einander, gesetzt; daher die wässerigen Theile
sich >
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