Band 
Erster Theil.
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dritter Abschirrt. 87

sich auch gesenket, und wo sie eindringen können, die innern Oesnungm und Holen der Erdeangefüllet; wodurch sich dann die Atmosphäre mehr und mehr von den schrveresten unddunkelsten' Körperchen befreiet, und dadurch viel dünner und klärer worden als vorher.

Worauf, als wärender solcher Zeit die Nacht oder der erste Theil dieses ganzen Tages ver-gangen und die Sonne aufgegangen, das Licht und die Hitze derselben freier und stärkerdie Atmosphäre durchdringen, und in diesen obern Gegenden der Luft sehr merklich werdenkönnen. Wodurch eine grosse Menge Dünste dahinaufgezogen und daselbst behalten wer-den müssen, folglich die daselbst schon befindliche Anzal derselben sehr vermeren; da indessenalle irdische Theilchen, so keiner Verdünnung fähig gewesen, nebst allen wässerigen Theilchen,die sich so nahe bey der Erden befunden, daß sie von der Kraft der Sonnen nicht hinläng-lich getroffen werden können, fortgefaren herabzufallen. Wovon die erstem die Dicke derbesten Erde vermeret, die letztem aber, wenn die Erde zu dichte gewesen sie einzulassen, wiesie damals vermutlich seyn müssen, darauf herumgeflossen und ihre Oberfläche bedecket.

So daß die grosse Ausdenung oder das Firmament, so an diesem Tage über die Erdeausgebreitet worden, offenbarlich die Lust gewesen; die obern Wasser aber diejenigen, so alsDünste durch eine acht oder zehcnmonakllche Sonnenwarme , mit Beihülfe der innern Hitzeder Erden, erhöhet und von der Luft getragen werden können, nebst der Menge salziger Thei-le , so diese Gegenden nie verlassen. Durch die untern Wasser hingegen diejenigen, die nichtdergestalt aufgestiegen, sondern entweder in dem inwendigen des Erdbodens, oder auf derOberfläche desselben zurück geblieben

§. 96.

Die sichtbaren Theile des dritten Tagewerks haben aus zweien Dingen bestanden. Drittes wqe-Das erste ist die Samlung der untern Wasser, oder solcher, die sich damals auf der Erden Meinung"^befunden, im Meere gewesen, nebst der daraus entstandenen Erscheinung des trockenen Lan-des. Das zweite aber, die Hervorbringung von Pflanzen aus dem frisch trocken geworde-nen Lande. Welches zu begreifen bemerkt werden mus, daß die Kugel der Erde sich vondem ersten Anfange der Schöpfung an auf die Oberfläche des Abgrundes gesenket und vesi-Zesehet, auch bereits durch die Verbindung ihrer Theile zu einiger Vestigkeit gekommen,ehe glje leichtere und entferntere irdische Theile aus dieselbe herabgefallen; welches vermut«lich gegen das Ende des ersten Tages geschehen. Wodurch denn sowol als durch die ver-schiedene Dicke und Unterscheidungöschwere der gesenkten Seulen, die Erde sich in verscho-benen Stufen auf den Abgrund gesetzt, und eine ungleiche Oberfläche bekommen, so in Ber-ge, Thäler und Ebenen getheilet gewesen. Dis vorausgesetzet von dem Beschlus des vor-gehenden Tages, so hat die Luft, die mit entsetzlichen Dünsten angefüllet gewesen, not-wendig in der Nacht oder im erstem Theil des dritten Tages diese Dünste in unbeschreibli-cher Menge auf die Erde müssen herabfallen lassen, wodurch die Luft gereiniget, die Gewässerüber aus himlischen irdische Wasser geworden. Wie nun diese Wasser herabgefallen, habensie der ungleichen Oberfläche und Vestigkeit der Erde wegen eine Zeitlang von den erhabenenlegenden, der abhängige,, Lage nach, in die tiefsten Thäler und niedrigsten Gegenden stießenünd dadurch Meere und See» verursachen müssen; dergestalt, daß sich am Morgen des drit-ten Tages die ganze Oberfläche der Erdkugel, die vorher mit dem Herabgefallenen Wasser ganzbedecket gewesen, in überschwemmete Thäler und hervorragendes trockenes Land abgetheiletbefunden. Worauf denn dis trockne Land, so nun von den Seen abgesondert und noch ganz

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