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Einleitung zur algemeinen Welthistorie
Bey so bewandtem Zustande der Dinge haben die bisher in Unordnung und Ruhegewesene Theile der Materie angefangen sich in Ordnung zu begeben, da durch das Senkender gröber», die leichtere und zärtere aufgestiegen; wodurch die Atmosphäre in etwas ge-reiniget worden, und die Lichtstralen der Sonne angefangen dieselbe zu durchdringen: s»zwar nur ein unvolkommenes und schimmerndes licht verursachet, welches aber gleichwol hin»
länglich gewesen, die vorher gänzlich gewesene Finsternis zum theil zu vertreiben, und den Tagvon der Nacht zu unterscheiden. Diese Erklärung des Lichts, das am ersten Tag erschienen,ist weit vernünftiger, als wenn man annimt, daß die Substanz der Sonnen, auch wolder Fixsterne, damals aus dem Chaos abgesondert worden ; weil von hundert Theilender Materie, daraus die ganze Welt bestehet, mehr als neun und neunzig Feuertheilchensind; daher wenn dieselben anfänglich im Chaos eingeschlossen gewesen, dasselbe unmöglichhätte dunkel und finster seyn können. Eben so unwarstheinlich ists auch, daß die irdische Ma-terie der planeren solte von dem mosaischen Chaos seyn genommen worden; nichtnur um deswillen, weil dieses Chaos von Most ausdrücklich die Erde genennet wird,sondern weil auch solche Einbildung mit der unwiedersprechlichsn Eigenschaft der algemeinenSchwere der Materie, oder Richtung derselben gegen den Mittelpunkt, nicht bestehen karr;der unrichtigen Meinung nicht zu gedenken, so alsdenn angenommen werden mus, daß dieErde den Mittelpunkt der ganzen Welt ausmache *) ("). Folglich ist zur Erklärung des
Dieses ist die Meinung des V. Nichols »nd anderer.
2) Siehe os rke invlric. crerr'ion l>.Z5.
(77. B.) Da bey allen Wunderwerken so viel mit-telbar und dem Lauf der Natur gemäs geschiehet, alsder jedesmalige Zweck derselben verstattet; die sechsTagewerke auch unleugbar eine Zusammensetzungder Körperwelt aus einer unmittelbar vorher gelchaf-fenen Materie, oder ganz unmittelbar hervorge-brachten einfachen Dingen, sind; ferner jedes Tage-werk nach und nach vorgegangen, und nicht in einemAugenblick zu Stande kommen, weil GOrt erst amsiebenten Tage geruhet; ja endlich die Ordnung derTagewerke auf einem natürlichen Verhältnis derBrauchbarkeit und des Einflusses der vorhergegan-genen Verrichtungen und Wecke, zu den folgendenund in dieselbe, beruhet: so kan gar wol zugegebenwerden, daß theils solche Tagewerke vergleichungSweiss mittelbar geschehen, theils die Kräfte der einfa-chen Dinge und der daraus anfänglich zusammen ge-setzten Körper, zur Bildung der folgenden, von GOttgebraucht, theils dabey die Bewegunqsgesehe derKörper beobachtet worden; obgleich diese natürlicheKräfte der ersten Geschöpfe und derseiben Bewe-gungsgesehe nicht hinreichen, die Bildung der folgen-den zu erklären oder daraus allein herzuleiten. Die«Gier verworfene Erklärung des ersten Tagewerks istviel gegründeter, als die an derselben Stelle ange-nommene, so blos aus dem unrichtigen Vorurtheilgeflossen, daß die mosaische Schöpfung nur unserSonnengebäude begreife.die andern Weltkörper aberschon längst vorher dagewesen, ob sie gleich damitnicht einmal recht übereinkomt: indem auch unsereSonne schon vor den 6 Tagewerken wüste dagewe-
Siehe desselben Lrmterence «mbs l'beiü vol. I. pLit. l.
sen seyn, wenn das erste Tagewerk darin solte bestan-den haben, daß die Dunstkugel um unsere Erde vonder Sonnen beschienen worden. Zu geschweige»,daß alsdenn in der Erzälung Mosis die Hauptsachedieses Tagewerks würde seyn Übergängen, und nureine Nebensache oder erfolgte Wirkung gemeldet wor-den, und zwar auf eine solche Art, daß der Wortver-stand derselben verlassen werden müsse. Da hinge-gen, wann die bestriltene Meinung so vorgestelletwird, daß GOtt die Feuertheilchen, als die leichteste»
und mit der grösten Bewegungskraftversehenen, zu-sammengebracht, oder in dem unerineslichen Raumder anfänglichen Materie an mehreren Orten ge-samlet, wodurch sie nicht nur zu brennen und Licht-stralen zu werfen angefangen, sondern auch eben da-durch dic ubnge Materie beweget; woraus mehrereWirbel derselben entstehen müssen, in deren jeglichememe Richtung gegen den Mittelpunkt stak gefunden,folglich eine Verbindung und Zusammenfugung festerund dunkeler Körper vorgegangen, und wodurch ver-mittelst der Herumdrehung unserer also entstandenenErde, Nacht und Tag unterschieden worden: so fallendie allster gemachte drey Schwierigkeiten gänzlich hin-weg. Denn wenn das angegebene Verhältnis der An-zal von Feuertheilchen gegen andere Materie, auchvöllig eingeräumet wird: so folget selbst aus diesemVorgeben, theils daß die Samlung derselben natürli-cher Messe am ersten habe erfolgen müssen, theils daßsie ohne solche Samlung und innere Bewegung so we-nig brennen, folglich Licht verursachen können, s»wenig dergleichen bey verbrenlichen Körpern, in wel-