Band 
Erster Theil.
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91
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dritter Abschirrt. 9!

sere Erbe, und zu gleicher Zeit mit derselben, aus so viel besonder« Haufen von Chaos ge-bildet worden ('6).

§. 102 .

Nachdem nun Mosts überhaupt angezeiget, daß Himmel und Erde ursprünglich Erstes tagevon GOtt gemachst worden "): so belehret er uns, ehe er die Einrichtung des gegenwärti-"^-gen Zustandes derselben berichtet, zum voraus, daß insbesondere die Erde anfänglich in ei-nem wüsten und öden Zustand gewesen; da zur Vorbereitung des grossen vorhabenden Wer-kes der Geist GOttes sich auf den Wassern beweget habe. Durch welchen Geist einige diedritte Person der hochgelobten Dreieinigkeit verstehen ^); andere aber dieselbe plastischeNatur oder bildende Kraft , deren sich GOtt bey dieser Gelegenheit bedienet; oder sonst«inen andern AusfluS der götlichen Kraft, welche warscheinlicher Weise gemutmaffet werdenMus das Chaos beweget zu haben, dessen Oberfläche mit Wasser oder anderer flüßigenMaterie bedecket gewesen, auch dasselbe mit verschiedenen Arten von Lebenseinflüssen besa-met und jeden Theil desselben zubereitet zu haben, die vorgehabte Bildung, Ordnung undieben zu überkommen.

M - Bey

«) Don dem hebräischen Wort uns wirb zugestanden, daß es mcht notwendig eine Schöpfung oder Hervor-bringung eines Dinges aus nichts bedeute. Indessen da die hebräische Sprache kein ander Wort hat,eine solche Schöpfung auszudrucken! so ist sehr ivarscheinlich, daß Moses dasselbe alhier in dieser Bedeu-tung gebraucht ha>>ec*>' iv) L>) inreii. p. ,48. Indessen verstehen

andere durch diesen Geist GOttes nichts mehr als einen heftigen Wind, von welchem sie vorgeben,, baß eröestimt gewesen die Erde auszutrocknen. Siehe karvpkris LNaiUric. Lc. »

(* R.) Es könne» von der eigentlichen Bedeutung dieses Wortes unter uns nachgelesen werden desHrn- D. Deylings ob 5 szcra- p-rr. I. p. ,5. Daß nun dieses Wort so viel als eine Erschaffung aus nichtsanzeigen sollen, das lässet sich daraus leicht beurtheilen, weil Paulus es nennet>. «.i,c>n exiüomir.

(76. B.) Obgleich unleugbar ist, daß Moses sei-ne Schöpfungsgeschichte auf unsere Erde und dieMit derselben verbundene Weltkörper eingeschränkt;ja auch der letztem nur beziehungsweise auf unsereErde Meldung gethan: so folget daraus doch nicht,daß die übrigen Weltkörper ausser unserm Sonnen-gebaude schon vorher dagewesen. Indem es nicht nurdem Anfang dieser Erzälung, ingleichen der Vor-stellung des vierten Tagewerks zuwieder laufen wür-de: sondern auch den gütlichen Volkommmheiten, jadem aus natürlich betanken Warheiten erweislichenVerhältnis und Ursprung aller zufälligen Dinge,sonderlich der Körperwelt gegen und von GOtt, nichtgemäs seyn würde, anzunemen, daß GOtt entwederzu verschiedenen Zeiten ein Chaos an mehrern Or-ten solke hervorgebracht, oder dergleichen Chaos, sozu einigen Weltkörpern bestimt gewesen, langer alsbey andern ungebildet gelassen haben. Nicht zu ge-denken , daß solche Meinung einer vernünftigen Cos-Mologie und Naturlehre wiederspricht: da derglei-chen neue Hervorbnugung unserer Sonne und allerMit ihr verbundenen Körper ohne Veränderung al-ler übrigen vorher dagewesenen nicht geschehen^kön-Nen, wö man nicht einen vor dieselben 1er gelasse-nen unermeslichen Raum zwischen unzäligen Kör-pern auf allen Seiten annimt, und dabey den alge-Meiuen Zusammenhang neben einander befindlicherDinge gänzlich aufhebt. Eben die Regel der Ana-logie, woraus die Verfasser von der Schöpfung ei-

tles Planeten auf der übrigen Bildung zu gleicherZeit und auf änliche Art, schließen, erfordert das Ge-gentheil, und mus in Absicht der Sonnen nicht we-niger gelten. Erleurerungen der Schöpfungsge-schichte Mosi's sind anzutreffen, theils in den Aus-legungen des ersten Buchs Mosis , deren Verzeich-nis in Hrn- D. Joh Gsttl. Larpzsvs in cr. sälibros esn. psrt. l.c. z §. n c. 4 §. >r, und Iac. keLong bibliotk. Iscrs com. r p. lozzkg. befindlichist; theils in den meisten ausfüriichen Kirchenge-schichten des alten Testaments; theils in verschiede-nen grössern Lehrbüchern, sonderlich Joh. Gust.Reinbecks Betrachtungen über gütliche War-heiten, Betr 14 Th. i p. 179 sq. ingleichen Dio».petavii cloAin. tbeol. tom. ; p. 117 tg theils inpet. picberellr opulculis cbeol, alwo z>.241-;;!.in cotinopoeiam gehandelt wird, Christian Gcho-tani beptsemero , Jac. Saurin« ciilcoucs 5ur l»biblet. i cl. l der explicstion iirtersire äe 1'onvrs-ze cies 6x ^ours meiee clc rellexions mvrsles psrbkonüenr --- - welche wohlgeratene Arbeit desAbbe d' Asfeld wol wert gewesen mehrmals wie-der aufgelegt zu werden, und in Joh. JacobGÄwuöbzers Lupferbibel oder geheil. Vlatur-wisscnscliaft Th. r pag. i-zr, alwo zugleich in demvorgesetzten Verzeichnis der Autorum die meistenübrigen hieher gehörigen Schriften angefärct wer-den, welches auch in Labricii 5>». fcrijnornm, grüver, rel. ctrr.sü'eruepunt, c. iz. z>.z6i 5 g. geschiehet.