Band 
Erster Theil.
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96 Einleitung zur algememen WekWsrie

weisen mit einigem erträglichen Fortgang begreiflich gemacht worden; denn die Materiesamt den Bewegungsgesetzen haben Hiebey nichts zu thun, so gros auch sonsten ihr Antheilan der Hervorbringung der leblosen Theile der Welt seyn mag. Wie lächerlich und unge-gründet dieselben Hyporheses seyn, welche die Hervorbringung der Thiere und Pflanzenaus der Erde, wie fruchtbar sie auch angenommen wird, durch den Einflus und die Hitze derSonne vorgeben; erhellet aus der neuern Entdeckung in der Naturlehre, daß es ganz und garkeine nur so genante Zeugung, auch nicht des geringsten Thieres oder Gewächses, ohne Samengebe; indem die Sonne, Erde und Wasser, ja alle verbundene Kräfte der Körper nicht iiNStande sind, etwas hervorzubringen, das auch nur mit einem wachsenden und fruchtbril"genden Leben versehen ist'). Daher mus notwendig zugegeben werden, daß GOtt selbst,oder ein wirkendes Wesen, so diese Kraft von ihm erhalten, Pflanzen sowol als Thiere ei-gentlich gebildet, und sich dazu nur der Erde und des Wassers, als der Materie, so ihre Theiltausgemacht, bedienet habe. Ob aber diese ersten Erdgewächse und Thiere nur in ihrenSamen, worin sich die Pflanzen und Thiere selbst im Kleinen befunden, geschaffen und aufdem obern Theil der Erde und des Wassers ausgestreuet worden, alwo sie ausgebrütet undhervorgebracht werden können; oder ob sie in dem völligen Stande ihrer Volkommenheiterschaffen worden; scheint nicht so leicht zu entscheiden zu seyn. Einige neuere Weltweisenhaben vermeinet, daß GOtt im Anfang nur zwey Stück von einer jeden Gattung der Thie-re erschaffen habe, von welchen hernach alle übrige durch Zeugung entstanden. WelcheMeinung zu bestätigen, von ihnen angemerket wirb, daß nicht mehr als ein einiger Mariund ein einig Weib erschaffen, und zur Zeit der Sündflut nur zwey Stücke von ieglicher Artder unreinen Thiere im Kasten Noah erhalten worden. Allein, es scheinet der h. Schriftgemäßer zu seyn, daß eine grosse Anzal von jeglicher Art anfänglich erschaffen worden-Von den im Wasser befindlichen Thieren und Vögeln wird ausdrücklich gemeldet, daß siehäufig und zalreich erschaffen worden; und da die Pflanzen kein Vermögen haben, ihrenOrt zu verändern, so haben sie notwendig an verschiedenen Orten erschaffen und in der ganzenWelt ausgestreuet werden müssen. Auch ist noch eine andere Frage von der Erschaffung derThiere aufgeworfen worden: Ob alle diejenigen Thiere, die jemals gewesen oder künftig nochseyn werden, in der ersten Schöpfung bereits wirklich von GOtt erschaffen worden; oder ob ervielmehr einer jeden Gattung der Thiere eine solche Kraft der Zeugung mitgetheilet, in ihreneigenen Leibern Materie zuzubereiten, und neue einzele Stücke daraus hervorzubringen? Undes scheinet die vernünftigste Meinung zu seyn, daß GOtt selbst im Anfange alle einzele Stücktvon Thieren, die jemals gewesen und noch kommen werden, wirklich erschaffen, es folglichdergleichen etwas, als die Hervorbringung ganz neuer, anjetzo gar nicht gebe. Denn was sol-le solches anders seyn, als eine eigentliche Schöpfung solcher einzeln Stücke? Und was wür-de GOtt^ in der ersten Schöpfung mehr gethan haben, als was wir, wenn solche MeinungGrund hatte, alle Tage geschehen sehen, daß ein Thier aus einer von ihm selbst zubereitetenN^arerie ein neues hervorbringe? da der ganze Unterschied höchstens dieser seyn würde, daßGOtt im Augenblick thue, wozu sich das Geschöpf Zeit nemen mus. Ueberdem so können dieThiere, die ihres gleichen zeugen, nicht die wirkende Ursach und Urheber der Zeugung oderBildung und Ernärung ihrer Frucht seyn, weil solches ein Werk der Kunst und Vernunftist, dergleichen unvernünftigen Thieren gänzlich felet. Ja, sogar Menschen selbst verstehe"nichts von der Art der Zeugung, so bey ihnen vorgehet. Hingegen ist es höchst warscheinlich,

HD. cV^cLä-moiiüttrioiiokilie beinzsnck>riil-ut» o5 6oö 9,64.