dritter Abschnitt 97
wo nicht völlig gewks, daß die meisten Thiere von ihrem ersten Anfang an bereits die Sa-men oder Eier aller der Jungen, die sie hervorbringen sollen, enthalten., nach deren Erschö-pfung und Aufwand das Geschöpfe unfruchtbar wird; indem die Weibchen aller lebendiggebarenden Thiere sowol als Vogel mit ihren Eierstöckm hervorgebracht werden, die bey! den letztem schon die Anlagen aller Eier enthalten, so sie jemals legen werden. Hatte nun
! das Geschöpf selbst ein Vermögen, neue einzele Stücke seiner Art hervorzubringen: wozu wa-
! ke es nötig, daß so viele derselben gleich von Anfange in denselben sollen gebildet werden?
I Daraus leiten nun diese Weltweisen folgenden Schlus her: Gesetzt, daß GOtt im Anfang
von einer jeden Gattung der Thiere nur zwey Stücke, eins manischen und eins weiblichen Ge-^ schlechts, erschaffen: so müssen die letztem insgesamt notwendig mit ihren Eierstöcken seyn^schaffen worden; welche, wie oben gedacht, so viel Samen oder Eier in sich enthalten, alsAlch GeschöpfJunge hervorbringen sollen. Folglich ist daraus klar, daß nicht nur das er-nt Par, sondern auch die sämtliche Frucht derselben, wirklich von GOtt erschaffen worden.Ferner, diese erste Frucht enthält, was das weibliche Geschlecht derselben betrist, von ihremersten Entstehen an, ebenfals ihre Eierstöcke mit den Samen der folgenden Frucht; daß al-so diese andere Frucht in der ersten erschaffen worden. Und gleiches kan von der dritten,vierten, und aller folgenden Frucht erwiesen werden, die je entstehen sol bis aus Ende derWelt (").
§. io8.
<5) kk^stco-l'Iieolvßlcal-vilc-wrle« cap.^.
(Sz.B.l Alle vier in diesem Abschnit aufgewor-fene Fragen sind ziemlich unzulänglich beantwortetworden, zum theil aber auch so beschaffen, daß sieUch schwerlich entscheiden lassen; wenigstens ist keine»um hinlänglichen Verstände der mosaischen Schö-vfungsgeschichte unenkberlich. Bey der ersten ist"»streitig, sowol daß die blossen Bewegungsgesetzel«r Erklärung dieser Bildung organischer KörperWcht hinreichen; als auch, daß keine Mittelursach ei-nwirkenden Wesens, so von GOtt mit diesem Ver-mögen, dergleichen Geschöpfe zu bilden, versehen ge-llen, stak finde. Welche letztere Meinung nicht"ur von verschiedenen irgläubigen Parteien des Al-^ttnms behauptet worden, sondern auch an denNiern Acrianern Vertheidiger gefunden, so dieselbeUeber aufgewärmet haben, um den Beweis derhöchsten Gotheit des Worts oder Sohnes GOttes°vn der ihm zugeschriebenen Schöpfung zu entkräf-tn. Daß allster der plastischen Naturen oderHildungskräste gar nicht gedacht worden, ist um so-^elmehr zu bewundern, je häufigere und stärkereAnhänger dieselben in EngelanS gehabt; unterwei-sen sich sonderlich Lnvworch sehr bemühet, sie aufsscheinbarste zu erweisen. Wo nicht die MeinungU» der Unmöglichkeit der Wirkung einfacher Din-zb in zusammengesetzte oder Körper, so von den mei-ne» neuern Naturlehrern als ein Vorurtheil ange-, °Mnien worden, im Wege gestanden: ist nicht zuZweifeln, daß dieselben mehr Beifal würden gefüll-te» haben, auch sehr bequem gewesen seyn, mit denwussten Lehrsätzen der Weltwelöheit verknüpft und
A. W. H.i Theil.
zur Erklärung unzällger natürlichen Dinge gebrauchtzu werden. Bey der zweiten Untersuchung lästsich aus der Volständigkeit des Menschen bey seinerSchöpfung, gleiches bey Pflanzen und Thieren schlies-sen; welches selbst aus den Nachrichten Mosts er-hellet, ob gleich eben daraus auch abzunenien ist, daßsolche volständjge Bildung nicht in einem einigen Au-genblick geschehen, sondern durch ein sehr schnellesAufwachsen. Bey der dritten sind die Gründe deralhier angenommenen Meinung weder überwiegend,noch unstreitig. Die Ausdrücke Mofts behaltenihren völligen Wortverstand und Nachdruck, wenngleich nur die ersten Pare von Thieren und einzeleStücke aller Arten von Gewächsen hervorgebrachtworden. Die vorgegebene Notwendigkeit der Bese-tzung des ganzen Erdbodens aber mit Gewächsen,würde alsdenn scheinbarer seyn, wenngleich von An-fange eine Bewonung der ganzen Erdestat gefundenhätte. Die angefürken Gründe bey der vierten Un-tersuchung sind nicht viel erheblicher, obgleich die al-hier behauptete Meinung aus andern Gründen nochmanche Warschetnlichkeir behalt. Der erste Grundbeweiset zuviel; indem man daraus alle deutlicheVorstellung dem Menschen absprechen könte, damites nicht scheine, daß GOtt etwas entgehe und seinVorzug vermindert werde, wenn er blos darin be-stehe, daß GOtt alles, und zwar auf einmal sich vor-stellet, wovon der Mensch nur etwas, und zwar nachund nach erkennen kan. Der zweite wiedersprichtder Erfarung; woraus unwicdersprechlich ist, daßvon Thieren manches vorgenommen werde, so wir
N ihnen