Band 
Erster Theil.
Seite
585
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Erste Abhandlung, von der Erdbeschreibung Egyptens. 585

sei von einer Stadt mit prächtigen Senken. So hat es mir nemlich ein»glaubwürdiger Man,der den Ort selbst besehen, erzält. Diese Stadt halte ich für das Taposiris bey dem Taposiris.Strabo §); die Senkn aber für Ueberbleibsel eines Ratzimmers, worin die öffentlicheZusammenkünfte gehalten worden. Den Eingang des Thals halte ich für die Grenze dessogenanntenoder trocknen Meeres.

Hier zeigt sich eine bequeme Gelegenheit, von den Seen Mareotis und Möris zu Die seen Ma-handeln. Grrabo°) setzt den See Mareia oder Mareotis nahe bey Alerandrien,^is u-.w' und schätzt seine Breite auf achtzehn tausend fünf hundert und fünfzig Schritte; die Langehingegen auf sieben und dreißig tausend und fünf hundert; den See Möris aber setzt ernahe bey dem Labyrinth. Herodoms gedenket keines andern Sees als des Mä-rion: er schätzt, mit Beistimmung des Diodorus Siculus') und Murianus, seinen

Umfang aufvierhundert fünfzig tausend Schritte; Psmponius Mela^) auf fünfhundert,

und plinius §) aufzweihundert und fünfzig. Dis ist der See bey dem Labyrinth ge-wesen; soviel ich aber selbst nach dem Augenmaß habe abnemen können, scheint er nicht überdreißig tausend Schritte lang, und sechs tausend breit zu seyn. Gicard schätzt seine Längeauf fünfzig, die Breite auf fünfzehn tausend Schritte, nemlich nach französischen Massen.

Ich gestehe dem Sicard das Lob gerne zu, daß er die Sache am richtigsten beobachtet ha-be, und darum bin ich ihm in meiner Karte gefolgt.

Weil die oben erwente Schriftsteller diesem See einmütig einen so grossen Umfangbeilegen, und Herodoms sagt, seine Lange erstrecke sich von Mitternacht gegen Mittag: soweis ich dabey keine bessere Mutmaßung, als daß dieser See sich vorzeiten durch das gan-ze Thal erstreckt habe, welches noch diese Stunde das trockne oder roasierlose Meer genant ,wird. Es ist auch nicht unwarscheinlich, daß er sich auch gegen Abend bis an das Ufer desSees Mörios erstreckt habe; welches vieleicht veranlasset haben mag, daß Herodomsvon dem Möris nichts gedacht hat. So viel ist gewis, daß er meldet, man habe durch- -gängig geglaubt, daß das Wasser dieses Sees seinen Ausssuö gegen die Syrten zu, unterden Bergen weg, gehabt habe, die nahe bey Memphis liegen; wodurch er vieleicht an-deuten wil, daß zu der Zeit, da der Nil tiefer gefallen, als sonsten gewönlich gewesen, da-selbst ein Abfius bemerket worden, zu welcher Zeit es etwa beschehen seyn mag, daß dasWasser des Sees selbst in seine heutige enge Ufer getreten ist *).

Strabo unternimt die Beschreibung eines Grabens, der von Alepandrien nach Der alexan.Canspus und Schedien gehet. Diese Beschreibung ist, wenn man sie nach der heutigen ^inischs gra«

Beschaf-

S) Hiernächst folgt Taposrclg, welches nicht amMeere liegt, und zu einer grossen feierlichen Versam-lung angelegt ist. Strabo l. 17 p. 799.

c) Der See Maria, der sich bis hieher erstreckt,hat eine Breite von mehr als i;o Stadien, und eineLänge von weniger als dreihundert. Ltrsbo 1.17p- 799.

-t) Der sogenannte See Mörios - - das ge-samte Gehalt seines Umfanges sind dreitausend, sechs-hundert Stadien - - Es läuft aber dieser Seeweit gegen Mitternacht und Mittag hinaus. Ue.wä-1. ,1 c. 149. ,

-) Denn sein Umfang svl über dreitausend sechs-hundert Feldweges betragen, vioäorus 1.1 p. 48./) Möris, der vormals ein Feld gewesen, jetzo aber

A.W.H. i Theil.

ein See ist, so fünf hundert tausend Schritte im Um-kreise halt. klela l. i c. 9.

L°) Zwischen Arsinoe und Memphis war ei»See von zweihundert und fünfzig tausend Schrittenim Umkreise, oder, wie Mutianus meldet, vier-hundert fünfzig tausend, von dar, Könige, der ihnausgraben lassen, Mörivis genant ?lm. I.; c.

*) Siehe die vorige Anmerkung,

L) Wenn man aus dem canobiscben Thore rech-ter Hand gehet, stöst einem der Graben auf, der beyLanobos mit dem See zusammenhängt, «ufdemselben aber geht die Schiffart auch nach Swe-dien , nach dem grossen Strom, und nach Tanobon,zusörderst aber nach Eleusin. Es ist dis ein bewon-ter Ort, nahe bey Alerandria und Nicopdlrs, an

Eee

eben