586 Zusätze aus Pococks Beschreibung von Egypteu.
Beschaffenheit des Landes untersucht, ziemlich dunkel. Nach seinem Berichte schift man aufeben demselbigen Graben nach beiden Oertern; an dem Uferdeffelben liegt Eleusrs,und einklein wenig über Eleusrs Hinaufzur Rechten, ist der Graben, der nach Schedren fürt. Ichzweifle daher im geringsten nicht, es sey derjenige Canal, den man heutiges Tages den ale-xandrmischen nennet; und aus dieser Ursache habe ich den Weg eines Canals abgezeichnet,der aus dem heutigen alcxandrinischen Canal nach Canopus, und dem canopistchen Armdes Flusses zugehet. Ueberhaupt aber wil ich Srrabons Leser erinnert haben, daß der ca»nopische Graben etwas anders andeute, als der canopisiche Theil des Nrlflusses.
Ausflüssedes In der chrysanrischen kleinen Karte stehen fast alle Arme des Nils ohne Benew-nung. Der canopiflche Arm ist darin bey der Furt, Maden genant, als ein ganz kleinerCanal abgezeichnet. An dem Ausflus desselben stehet inan den Ausgang eines Bachs,nebst dem Flecken Ideu an seinem Ufer; welchen derjenige, so die Karte gezeichnet hat, fürdas alte Schedia halt. Zwey Meilen von Bikiere körnt man an die Furc, oder Madea,die man für den canopischen Ausflus des Nils hält. Die Stadt Canopus aber solden Namen von dem daselbst begrabenen Canopus, einem Steuerman aufdeö MenelausSchiffe, erhalten haben. An der Stelle, wo man überfaret, ist der Strom sehr schmal;weiter hinein aber wird er ungemein breit. Auf der sicardiflhen Karte erstreckt sich dieseBreite fast bis an den Nil selbst; es sind auch drey Canäle gezeichnet, die aus diesem Armeunterhalb Fova in den Nil selbst füren, deren einen ich selbst gesehen habe. Srrabomeldet, die Häuser zu Canopus wären an dem Canal gebauet gewesen. - Meines Erachtenskönte man demnach Canopus an dem Ausgange des Canals in den FluS selbst setzen, dieStadt Heracleum aber unweit dem Ausflus des canopischen Stroms, von welcher derzweite Name des heracleotisthen Ausflusses herrüretWenn er sagt, daß der Canalmit dem See zusammen hange, so scheint er damit anzeigen zu wollen, daß er nahe an demUfer des Sees fortgehe; wenigstens ist die Sache jetzund so beschaffen. Und in den Ueberse-Hungen des Srrabo ist es ein gemeiner Irtum, daß der Weg nach dem Flus bey Cano-pus und Schedia gerade durch den See gehe; da doch das Wort i-orüi-y vielmehr zu öi-o-gehöret. Es ist zu glauben, daß sowol der Ausgang des canopisthen Canals, als derAusflus des canopischen Stroms, vorzeiten eine grössere Breite gehabt habe. Da nundas Meerwasser durch den Mitternachtswind in den See getrieben wird, so kan das Flus-wasser wegen des engen Ausflusses in den Gegenden nicht von dem salzigen Wesen gereinr-get werden; und dieses scheint die vornemste Ursachegewesen zuseyn, warum die StadtA-kexaudrien das Nilwasser lieber aus einem andern Theil des Flusses zu sich ableiten wol-len. Die alten Wege der alten Nilströme abzuzeichnen, ist sehr schwer *), und höchst un-
gewis.
eben diesem canobifchen Graben gelegen. Von E-»eusm ein wenig weiter hinauf zur Rechten, liegtder Grüben, der Nach Gcdediatt füret. Sckevraaber liegt von Alexandria vier eayptische Feldwe-ges ab 8ci-sko l
r) LanobusisteineStadt,die hundert undzwan,zig Städten öon Alexandria abliegt, wenn man zuLande reiset, - - Denn den ganzen Tag unddie ganze Nacht hindurch ist es hol von Leutenmättltches und weibliches Geschlechts, die ohneScham mit der grösten Ueppigkeit in kleinen Gon-deln auf Flöten blasen und Reize» halten; und in
Lano-btts selbst am Canal gelegene Wonungen ha-ben. - - Nach Lanobus kämt -Hcracleum,welches einen Tempel des -Hercules hat. Alsdennfolgt die canobi'sclie Mündung des Flusses, und derAnfang des Dcsta Strsdo 1 .17 p. 8ol.
K) Alhier theilt sich der Nil in dreyArme.Und zwar wendet sich der eine Arm gegen Morgen,und bekomt den Namen der pelusiscken Munbung.Der andere gehet gegen Abend. Und dieser wirdder cansbisibe Ausflus genant. Derjenige abervon den Armen des Nils, der Made fortläuft, hatfolgende Lage; Zudem er von oben her komt, stäst
er