Beurer. 111
Unterricht. Bey einer zeitig bemerkten beſondern Geſchicklichkeiterwaͤhlte er das Studium Medicum/ hoͤrte deswegen 1230 beydem hochberuͤhmten Herrn Hofrath Treu ein Collegium Votani-cum und Oſteologicum, brachte auch dieſes Jahr uber ein Herba-rium Vivum von mehr als 1600 Arten, und eine Sammlung vonetlich 20 natuͤrlichen Thier⸗ und Voͤgel⸗Skeleten, zuſammen. DerHerr Vatter unterwies ihn in der Ohymie und Ar:neykunſt, ſo wieer auch anbey das Zeichnen und Malen fortſetzte. Bey ſo vor-treflich gelegtem Grund wuͤrde er es bald zur groͤſten Vollkommen-heit gebracht haben; alleine ſein Vatter lies ihn nicht ſtudieren,ſondern ſchickte ihn nach Regenſpurg drey Jahre in die Apothecker-Diſciplin. Daſelbſt trieb er bey Hrn. D. und Prof. Eubelhuberdie griechiſche, lateiniſche und franzoͤſiſche Sprachen, uͤbte ſich imBlumen ⸗Malen, und hatte anbey einen ſehr profitablen Zugangin den beruͤhmten Aerzten, Hrn. Rath Dieterich, den beeden Her-ren Agricolis, Goͤller, Koch, Friderict, Oppermann und Vieh-ler. A. 1737 kam er als ein Penſionaire zu dem Hofrath Neu-mann nach Berlin, an welchem Ort ſowol, als auf einer kleinenReiſe in die naͤchſten Oerter, er ungemein viel erlernte, ſo daß er1736 als ein verpflichteter Officiant in die Koͤn. Ho ⸗Apotheckekam. Im Jahr 1738 quittirte er ſeine Station, that eine vor-trefliche Reiſe durch Deutſchland, nach Holland, Engeland,Frankreich, Schweitz und von dar wieder nach Schwaben.Nachdem er uͤberall das vornehmste und ihm nuͤtzlichſte geſehen,auch ſich die auserleſenſten Bekandtſchafften gemacht hatte, ſokehrte er nach Haus und tratt 1732 in ſeines Vatters Officin.So wie er von ausnehmender Leutſeeligkeit und Geſchicklichkeitwar, ſo unterhielt er auch eine groſſe und weitlaͤuftige Correſpon-denz, hatte einen koſtbahrn Buͤcher⸗Schatz, und viele ſchoͤne undrare Collectiones, worunter das Naturalien⸗Kabinet und die Kup-ferſtich⸗Sammlung am meiſten bewundert wird. Im Jahr 1770wurde er ſeiner Geſchicklichkeit wegen in die Kaiſerl. Academie derNaturforſcher aufgenommen, in deren Actis er auch einige Ver-ſteinerungen, die er auf dem Moritzer⸗Berg bey Nuͤrnberg gefun-den, und die in des ſeel. J. J. Baiers Oryctographia Norica maltgeln, beſchrieben. Kurz vor ſemen ed wurde er zum Muggeer
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