Band 
Erster Theil von A - G.
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Culmann: 229

——. V]yꝛfiel/ und der Hr. Marggraf ſich deswegen nach Bayreuth begab,und von da aus ſich nach Nuͤrnberg retirirte, gieng er mit ihm da-hin. Hier wurde er Anfangs Choraules und Coadiutor ſcholaeim N. Spital, ſodann 1522 Cantor und 1923 Rector daſelbſt.1525 war er mit unter den beeydigten Notariis Na ec ſenbey dem groſſen Religions-Geſpraͤch auf dem Rathbaus-Saalzu Nuͤrnberg. In ſeinem Rectorate erwies er ſich treu und flei-ſig/ dahero er auch die Liebe der Obrigkeit reichlich genoſſen, wieer dann deswegen verſchiedene Vocationes, ſonderlich zu einerPfarrſtelle in Crailsheim, ausgeſchlagen. 1547 wurde er nachVeit Dieterichs Tod Prediger zu St. Sebald, und fuͤhrte an-fangs ſein Amt rechtſchaffen, wie er dann auch 195; den S Mayder Bittſchrifft des Miniſterii um Abſchaffung des Interim unter-ſchrieb. Allein von 1554 an brach er mit dem Oſiandriſchen Irr-thum oͤffentlich hervor, und erregte damit groſſe Streitigkeitenin der Nuͤrnbergiſchen Kirche, zumal da ihm Joh. Fabricius,Joh. Vetter, und M. Ge. Sella beypflichteten. Weil nun allePrivat⸗ Belehrungen bey dieſen Maͤnnern nichts fruchten woll-ten, ſo entſchloß ſich der Magiſtrat, ein Colloquium anzuſtellen;und als auch dieſes nichts half, vielmehr Culmann am SonntagCantate 1555 ſeinen Irrthum in oͤffentlicher Predigt behaubtete,ſo wurde Melanchthon zum Schiedsmann verſchrieben, der un-ter andern Helingen und Joach. Camerarium mitbrachte, undnach verſchiedenen Diſputationen eine kurze und nervoͤſe Schrifftaufſetzen muſte, welche ſodann den 25 Sept. von den Nuͤrnbg.Kirchen- und Schuldienern unterſchrieben wurde, Culmann undVetter aber wurden, weil ſie eigenſinnig auf ihrem Irrthum blie—-ben, beurlaubet. In den Unſch. Nachr. 1715 ſtebt p. 154. Con-demnatio ſcriptorum Culmanni et Vetteri ſcripta lectis ipſorumconfeſſionibus Noribergae etc. A. 1555. menſ. Sept. aus demMeSct eingedrückt, iſt unterzeichnet, Phil. Nel. und alſo ohneZweifel die erſtbeſagte Schrifft Melanchthons. 1556 wurdeCulmann, vermuthlich von dem Brentio, dem Grafen Ulrich zuHelfenſtein recommendirt, da er dann die Supermtendur unddas Paſtorat zu Wieſenſtaig bekam. 1558 wurde er Paſtor zuBernſtadt im Ulmiſchen Gebiet; wo er auch endlich 1502 geſtor-ben iſt. Seine Schrifften ſind:

Gg 3 Jun-