Band 
Erster Theil von A - G.
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Ebnerin. 327

hatte ſamt ihren mehreſten Schweſtern einen feurigen Trieb, nachdamaliger Gewonheit von der Welt auszugehen. Sie begab ſichalſo nach Maria-⸗Medingen, einem Jungfrauen⸗Kloſter ohnweitDillingen, woſelbſt ſie des Predigers-Ordens Profeſſin wurde.Sie ſoll eine auſſerordentliche Schoͤnbeit, zugleich aber bey nahebeſtäͤndigen und hoͤchſtgefaͤhrlichen Schmerzen des Leibes unterwor-fen geweſen ſeyn, wodurch ſie denn ihren Geiſt zu einer goͤttlichenEmpfindlichkeit und Heiligkeit gewoͤhnte, eines genauen unmit-telbaren Umgangs mit Chriſto gewuͤrdiget worden, und Wunderſoll gethan haben. Gleichwol trug man aber bey uns kein Beden-ken/ dieſe mit himmliſchen Schaͤtzen reichlich begabte Margare-tha unter dieienigen zu rechnen, welche der anbrechenden Wahr-eit des Evangelli JEſu mit aͤuſſerſter Sehnſucht entgegen ſahen.Verſchiedene Perſonen haben theils ihre Gnade und Liebe auf ſiegeworfen, theils aber ihre Freundſchafft ſer alt An die verwit-tibte Koͤnigin von Ungarn, Agnes, Kaiſer Albrechts Tochter undKoͤnig Andreas des dritten Gemahlin ſoll ſie Briefe haben ergehenlaſſen. Ein Großmeiſter, wie auch der Abt zu Kaiſersheim ha-ben fuͤr unſere Ebnerin ſo groſſe Hochachtung getragen, wie ausihren an ſie abgelaſſenen Briefen erhellet. Der fromme Taulerwar ihr Freund, und ihr vertrauteſter ein gewieſer Heinrich vonNoͤrdlingen/ der ein Welt⸗Geiſtlicher war, aber nicht mit demHeinrich Suſo oder Suͤſen, wie gewoͤhnlich geſchieht, vermiſchtwerden darf, als welches in unſers beruͤhmten 15 D. HeumannsOpuſculis gar ſchoͤn auseinander geſetzt iſt. Sie hat ſelbſt die vor-nehmſten Umſtaͤnde ihres Lebens ſchrifftlich entworfen, welche nebſtihrem Pater noſter und andern Gebethen auch auf unſere Zeiten ge-kommen ſind. Sebaſt. Schletſtetter, ein Prediger⸗Mönch„brachte ihre Lebensbeſchreibung zu Schwaͤbiſch-Gemuͤnd 1662 andas Licht. Sein Ordens⸗Bruder Euſtachius Eyſenhuet lies ei-nen kurzen Begriff des wunderlichen Lebens, heroiſcher Tugenden,himmliſcher Gnaden und Einfluͤſſe auch vielwerthen Todes der ſeel.Jungfrauen Marg en zu u bug 1688 in 8. drucken.Die ſtarb 1301. Die vornehmſten Briefe, die insbeſondere er-waͤhnter Heinrich an ſie geſchrieben, hat Herr D. Joh. Heumannin ſeinen Opulculis mit einigen Erlaͤuterungen und einem gar ſchoͤ-nen