Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
411
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Lautenſack. 411

—ß5ßsriE!— ·ñ21œ.iAẽ....—x—ßÄ3ß;ĩỹ;⁊' Q᷑ä—Lautenſack der altere,(Paul) ein Schwaͤrmer undſeiner Profeſſion ein Maler, war gebobren zu Bamberg imJahre 148. Bey angehender Kirchen-Reformation nahme erdie evangeliſche Religion an, und zog von Bamberg, woſelbſter Burger war, zwiſchen 1524 und 28 nach Nuͤrnberg gieich-falls in das Nurgerrecht. Schon um dieſe Zeit ohngefaͤhr wurdeer beſchuld get, als ob er an der wirklichen Gegenwart des Lei—bes und Blutes Chriſti im Abendmal zweifſe, weswegen ſeinGevatter, Joh. Schwanhaußer, der auf einige Zeit Predigerzu St. Catharinen in Nürnberg war, ein erweckliches Schrei-ben vom Abendmal Chriſti 1728 an ihn abgeben lies. Nachder Hand breitete ſich ſein phantaſtiſches Weſen weiter aus,indeme er durch eifeiges und unzeitiges Leſen der hohen Offen-bahrung Joh. auf allerhand wunderliche Einfälle gerieth. Obihn nun wol Andr. Oſiander 1530 treulich und ernſtlich davonabmahnete, bliebe er doch auf ſeinen Grillen, und wollte ſeineProfeſſion aufgeben, indem er ſelbige fuͤr Goͤtzenwerk oder eineabgoͤttiſche Handthierung hielte. Bey dem allen aber malte erimmer und zwar lauter apotalyptiſche Figuren, verachtete dieSchrifft und lehrte beſonders von der Heil. Dreyfaltigkeit, undden Geiſtern laͤcherlich Zeug, bezoge ſich dabey auf Luthern undMelanchthonen, von denen er einen ordentlichen Beruff zu ha—ben vorgab, daß er mit Worten, Werken und Gemaͤlden leh—ren ſolte. 1339 wurde ſein ſogenanntes Bildbuͤchlein(vonwelchem Hr. Zeltner nachzuleſen) von einem Hochloͤbl. Magi-ſtrat zu Nuͤrnberg durch ein oͤffentliches Decret, unter die Leutezu bringen und feil zu haben, verbotten, er aber, weil er ſeineSchwärmerey noch nicht fahren lies, 1542 aus der Stadt ge-jaget. Weil ſein Weib, welches er ſchon in Bamberg ge-nommen hat, in Nuͤrnberg blieb, ſchlieche er ſich datelbſt wie-der heimlich ein, und iſt auch zu Nuͤrnberg un Mon. Aug.15;8 in einem hohen Alter von 80 Jahren geſtorben. Erwurde insgemein auch fuͤr einen Muſicus und Organiſten inNuͤrnberg/ ſo wie fuͤr des beruͤchtigten Valent. Weigels Lebr-meiſter ausgegeben; Hr. Zeltner aber beweißt gar ſchon, daßbeydes falſch und wegen des erſten ſein Sohn Paul Lauten-G99 3 ſack