Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
486
JPEG-Download
 

45 Lochner.

ſchickt werden. Sein beſagter Hr. Vetter, D. Lochner, recom—mendirte ihn, weil er Theologie ſtudieren ſollte, an ſeinenSchwiegervatter, D. Varenius in Roſtock. Hier ſpeißte er beyD. Joach. Stockmann, einem Medico, dem zweyten Schwieger-ſohn D. Varenii, und bekam durch deſſen Umgang einen beſon-dern Luſt zur Mediein, worinnen ihm auch Stockmann die erſtenGrunde beygebracht hat. Noch im ſelbigen Jahre beſuchte erKappenhagen, wandte ſich von dannen 1679 nach Kiel und be-richtete von da aus ſeinem Hrn. Vatter ſeine Luſt zur Medicin,und wurde deswegen mit der Erlaubniß, vorher durch Hollandzu reiſen, nach Hauſe beruffen. Nach ſeiner Heimkunft erhielteer gar leichtlich die Einwilligung von ſeinem Hrn. Vatter, undbegab ſich deswegen nach Altdorf, wo er ſeine Studien unterden beruͤhmten Aerzten, Mor. Hofmann, Bruno und JohannMor. Hofmann fortſetzte. Nachdem er faſt 2 Jahre allh iergeweſen, hielte er 1682 als Auctor unter Joh. Mor. Hofmanneine gelehrte Diſp. de faciei promontorio, odoratus organo,und lies ſich ſonſt mehrmalen im Opponiren und Reſpondiren hoͤren.Wor dem Ende des Sommers noch wandte er ſich nach derSckweitz, und nachdem er ſich zu Baſel aufgehalten, reißte ernach Frankreich, blieb den Winter hindurch zu Paris, fande dadie bequemſte Gelegenheit, ſich in der Anatomie, Chirurgie unddem Accouchement zu uͤben, und machte ſich uͤbrigens den Um—gang mit Gelehrten und die Merkwuͤrdigkeiten des Ortes trefflichu Nutzen. Im Apr. 1683 gieng er uber Orleans, Blois undours nach Saumuͤr und Richelieu, und nachdem er ſich anbeyden letzten Orten vornemlich der franzoͤſiſchen Sprache wegen2 Monate aufgehalten hatte, ſetzte er ſeine Reiſen durch die mei-ſten Provinzen fort und begab ſich endlich zu Schiffe, um nachEngelland uͤber zu ſetzen, wurde aber zur See durch einen hartenSturm lang herum getrieben; und ob er ſchon die EngliſchenKuͤſten endlich erreichte, ſo wollten doch die Unruhen im ſelbigenLande und andere Umſtaͤnde ihm nicht vergoͤnnen, ſich daſelbſtlange aufzuhalten, und er gieng deswegen mit ſeinem Schiffenach Holland zuruͤck, wo er ſich abermal mit volkommnem Eiferdie Studien angelegen ſeyn lieſe. In Leiden fande er die beruͤhm-N ten