Ludwell. 5175
———ñ————zeugte er Kinder, die aber jung geſtorben ſind, bis auf eine Toch-ter aus der erſten Ehe, Katharina, die an Hrn. Matthias Uh-len, damaligen Candidaten, nachmaligen Doctor der Rechtenund Fuͤrſtl. Sulzbachiſchen Syndicus, 1639 ausgeſtatlet wordeniſt. Dieſe vielen und theils harten Veraͤnderungen ſeines ebli-chen Lebens minderten keinesweges ſeine Treue und den Fleis,den er bey der Academie ſowol als in den Acten-Arbeiten be-zeigte. Faſt in der ganzen Welt hatte er Schuͤler, die ihn ent-weder aus ſeinem muͤndlichen Vortrag, oder den vielen gelehr—ten Schrifften bewunderten und verehrten; und es war nichtleicht ein Hof, der nicht Ludwells Bedenken verlangte, gleichwieauch blos ſeinetwegen viele Leute nach Altdorf reiten. Manhat ihm unterſchiedene ſtattliche Vocationen zugeſchicket, die eraber, um in Altdorf zu bleiben, verbetten hat. Seiner groſſenBeredſamkeit und Rechts⸗Erfahrenheit wegen wurde er zu ver-ſchiedenen Geſandiſchafften gebraucht, beſonders 1540 auf denReichstag nach Regensburg mit verſchicket. Der Pfalzgraf zuSulzbach, Chriſtian Auguſt, machte ihn auch deswegen zu ſei-nem Rath. In den gefaͤhrlichen Kriegslaͤuften ſeiner Zeit hat erſich der Stadt Altdorf Wohlſeyn aͤuſſerſt angelegen ſeyn laſſen,iſt nicht leichtlich von dannen gewichen, ſondern hat zum oͤffterndurch ſeinen heilſamen Rath und ſtandhaffte Gegenwart, vor-nemlich im Holkiſchen und Wahliſchen Unweſen, manches groſſesUebel und Unheil abgewendet, ja auch ſich nicht geſcheuet, mitunterſchiedenen Raths⸗Perſonen nach Amberg und an andere Ortezu reiſen, und den hohen Officieren freundlich zuzuſprechen, wo—durch die Stadt vor allzu groſſer Anlage und dem gaͤnzlichen Un-tergange geſichert lieb. Nachdem er auch zweymal bey der ho-hen Schule das Kectorat verwaltet und 9 male Dechant ſeinesOrdens war, iſt er endlich den rꝛten Sept. 1663 von dieſer Zeit-lichkert durch einen ſeeligen Tod abgefordert worden. Unter ſeinenSchrifften war auch ein herrlicher Commentarius uͤber die baratit-la Weſenbeccii, der wol tauſendmal von ſeinen lehrbenerigenSchuͤlern iſt abgeſchrieben worden und auf welchen Buchdruckereund Verlegere ſebnlich gewartet haben; er hat aber ſelbigen umerheblicher Urſachen willen, memalen in den Druck geben wollen,
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