Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
609
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Meliſſander. 609

——ñEͤ—ſer Maximilian des Ilten Befehl als Dollmetſcher mit nach Grie-chenland gehen konnte, bey welcher Gelegenheit er ſeinen NamenVienemann in den griechiſchen Meliſſander verwandelte. Crwurde hierauf zuerſt Profeſſor zu Lauingen, dann Abt zu Bahrund General⸗Superintendent zu Pfalz-Neuburg, von dannen eraber wegen Verfolgung, worüber er in der Zueignungs⸗Schrifftſeines Troſtbuͤchleins klaget, weichen muͤſſen. Solcher Geſtaltkam er 1570 wieder nach Jena, wurde Adjunct der theologiſchenFacultaͤt,(Boiter und Wetzel ſagen, der hiloſophiſchen,) und hatden liten May 1571 die cheologiſche octor⸗Wuͤrde in hoherGegenwart der Weimariſchen Herrſchafft daſelbſt empfangen.Bald darauf machte ihn der Hr. Herzog zu Weimar, JohannWülhelm, zum Hofmeiſter ſeines Prinzen, Fried. Maß der inwelchem Poſten er ſich ſo wohl zu bezeigen wußte, daß der alteHerzog laut ſeines Teſtamentes ein ſonder gnaͤdiges Vergnuͤ-gen gehabt, auch ſeinen Prinzen/ daß ſie ihn einſt mit an-dern guten Dienſten verſorgen mochten, vaͤtterlich aufer-ieget. Doch nach dem 1573 erfolgten Tode dieſes theuern Für-ſten mußte er, ohngeachtet die ech Doroth, Suſanna,ſeinetwegen einen Fußfall vor dem hurfuͤrſt, Auguſt, that, wel-ches wol ein hoͤchſt ſeltnes Exempel iſt, auf Anſtifften der Sacra-mentirer als ein des Flacianismi beſchuldigter oder verdachtigerTheologe, vom Hofe weichen, folglich im Exilio leben, bis er1578 in Betrachtung ſeiner dem Hauſe Sachkſen treulich erwieſe-nen Dienſte durch den Kanzler Gerſtenberger zur General ⸗ Su-perintendur nach Altenburg befördert worden. Wiewol Gotterſagt, er waͤre vor dieſer Befoͤrderung ſchon reſtituiret geweſenund hatte ihn beſagte Herzogin nicht weggelaſſen, ohngeachter eriweymal einen ansehnlichen Ruff gehabt hat. Daſelbſt nunbrachte er ſonderlich die Eatechismus Examina in Schwang undunterrichtete die ſtudierende Jugend ſelbſt in der ebraͤiſchenSprache. Man wollte ihn auch bier einmal des Calvinismibeſchuldigen; er hat ſich aber ruͤhmlich vertheidiget, und iſt end-lich durch den 1591 den raten Sept. erfolgten Tod aus derftreitenden Kirche gewandert. Sein Sobn, Johann Meliſſan-der, Paſtor Auenſis, wurde 1610 zu Jeng Magister, TomThom,