Band 
Zweyter Theil von H - M.
Seite
608
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508 helebecius. Meliſſander.

— Kleins MSct ſo theuer haben bezahlen moͤgen, und daß es ſelbſtin der Rinkiſchen Bibliothek um 20 Rthlr. iſt geſchaͤtzet worden.Aus dem Lateiniſchen iſt Meiſterleins Werk ins Deutſche uͤberſetztworden, von Sebald Schreyer und Kammer meiſter, und aus die-ſen Ueberſetzungen ſind nebſt gethanenen Zuſätzen ſo vielerley Ab-Haufen gemacht worden, daß daraus die bekannte Menge der

uͤrnbergiſchen Chroniken entſtanden iſt. Es führt aber die

Meiſterleiniſche Geſchichte den Titel:

FExaratio rerum geſtarum inclutae ciuitatis Neuuronbergenſium,autore Sigism. Meiſterlein, Eccleſiaſte Grundlacenſi. 1480.Nn dem Rinkiſchen Catalogo n. 8643 heißt es nur ſchlechtweg

chronicon Norimbergenſe, lat. conſcriptum a Sig. Meiſterlinò,Paſtore ad S. Sebald. in ciuit. Norimb.

Melebecius(Johann) nennt ſich ſelbſt einen Nuͤrnber-schr erte zu Wittenberg, wurde Magiſter daſelbſt undrieb:Ad Dom. Jo. Weidnerum Vratisl. et Henr. Mollerum Heſſum,Magiſtros, elegiam. Viteb. 1560. 4.

Meliſſander(Caſpar) ein beruͤhmter Theologe, deſſenVatter Conrad Bieneman geheiſen, war gebohren zu Nuͤrnbergim Jahre 1540. Als er den Grund der Humanioren in ſeinerVatterſtadt geleget, ſtudierte er zu Jena und Tuͤbingen, und iſtan einem von dieſen beyden Orten Magiſter geworden. InGotteri elogiis clar. Altenburg. p. 13 heißt es, er waͤre mit Em-pfehlungs⸗Schreiben V. Dieterichs und des Camerarius an denSim. Muſaäus und Flacius nach ena gegangen, welches unsaber unwahrſcheinlich iſt, indeme V. Dieterich ſchon 1549 ſtarb,und unſers Meliſſanders Geburts⸗Tag noch uͤber dieſes von andernum 2 Jahre ſpaͤter neml. 1542 angeſetzet wird. Zu Jena, woſelbſt erſchon Hofmeiſter uͤber Baronen muß geweſen ſeyn, hatte er Joh.Wiganden zum Lehrer, zu Tuͤbingen aber, wo er 15964 noch war,Schegken, Liblern, Heylanden und Cruſius. Nebſt der Haubt-wiſſenſchafft der Theologie, trieb er die Sprachen, abſonderlichdie griechiſche, in welcher er es ſo weit brachte, daß er auf Kber