Venediger. 87
In Verpoortennii analectis ſuperioris aeui ſacris ſtehen 5 Briefevom Venatorius an Wenz. Linken p. 149173.
Man ſehe: Seck. Zeltners Leben Seb. Heydens, p. 13 ſq.Doppelm. und Hirſch. 1nill. quatuor in indd.
Venediger(Adam) ein frommer Rechtsgelehrter, iſt zuGraͤtz in Steyermark den 18 Febr. 1585 gebohren worden. SeinVutter, gleiches Namens, war der Rechten Doctor, Landſchaffts-ſchreiber des Herzogthums Steyermark und der evangeliſchen Schu-len Inſpector. Aus der Schule ſeines Geburtsortes gieng ier 1599wohl unterrichtet nach Straßburg, von dar aber nach Tuͤbingen, woer ſich im Peroriren und Diſputiren wohl hoͤren lies und derRechte bicentiat wurde. Seiner Geſchicklichkeit wegen beſtellteihn der Graf Richard Starenberg zum Hofmeiſter ſeiner iungenHerren und auf 3 Jahre zu ſeinem Secretaͤr. Als er ſich her-nach zu Speyer auch auf die gerichtliche Praxin geleget, wurdeer 1513 zu Linz Advocat und diente daſelbſt 12 Jahre. 1616 ver-heirathete er ſich mit Igfr. Anna Maria, Hn. Joh. Springers,der Weltw. und der Arzneyk. Doctors und Oeſterreichiſchen aͤiternPhyſici ob der Ens, Tochter, mit welcher er 5 Kinder gezeuget,die alle zeitlich geſtorben, bis auf einen Sohn, Johann Wolf, derzu Strasburg ſtudieret hat. 1624 iſt er bey angehender Religi-ons⸗Veraͤnderung in den Oeſterreichiſchen Landen wegen der ſel.evangeliſchen Lehre vertrieben worden, und iſt mit ſeinem Weibeund 4 kleinen Kindern nach Regensburg geflohen. 1637 lies erſich zu Nuͤrnberg nieder, woſelbſt er den 15 Oct. 1642 durch denzeitlichen Tod hinweggenommen wurde. Merkwürdig iſt es, daß,da er in ſeiner Kindheit durch einen gefaͤhrlichen Fall ſich dermaſſenSchaden gethan, daß ihm die Rede bis in das 20ſte Jahre ſchwerfiel, er dieſe Beſchwehrung einſtens unverhofft in einer oͤffentlichgehaltenen Rede verlohr. Er hinterlies folgende theologiſcheSchrifften:
Tract. von dem menſchl. Herzenskampf wegen des hoͤchſten Guts.Unterricht wieder die ſchweren Anfechtungen der frommen Chri-ſten wenn Gott ihr Gebet nicht erhoͤren will. N
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