Wuͤlfer. 301
Commentatoren und Rabbinen, endlich aber etliche Stuͤcke ausder Miſchna geleſen hat. Nachdem er ein Jahr daſelbſt zuruͤckge-leget, nahm ihn ſein Herr Vatter wieder zu ſich und gieng mit ihmnoch mehrere Theile der Weltweisheit nach damaliger neuer Lehr-art durch. Mit dem Anfange des Jahres 1069 gieng er nachAltdorf, um mit dem getauften Juden daſelbſt, Chriſtian vonPomis, die Gemara durchzuleſen, davon er auch einen ziemlichenTheil, fonderlich den ſchwerſten, gluͤcklich abſolvirte. Noch indieſem Jahre hielte er eine oͤffentliche Rede in griechiſchen Verſende hodlieraa Graecia, und 150 eine andere ebraͤiſche de cauſisexilii lud rum. Andey hoͤrte er nun bey Hn. Prof. Koͤnig,Sturm und Felwinger philologiſche, philoſophiſche und mathema-tiſche Collegia, bey Hn. Prof. Reinhart aber trieb er mit Fleis,die Dogmatik. 1672 that ihn ſein Herr Vatter wieder nach Hau-ſe und gieng mit ihm die Streitigkeiten mit den Papiſten, Refor-mirten und Socinianern des Tages 2E tunden durch, des Abendsaber unterredete er ſich daruͤber eine Stunde mit ihm. 1673 be-gab er ſich nach Jena, diſputirte daſelbſt unter Weigeln uͤber Phy-ſic ae panſophicae ſpecimen primum, und uͤbte ſich bey Dr.Bechmannen in der Theologie. 1674 den 1 May begab er ſichauf die Reiſe nach Italien, gieng nach Venedig und blieb allda6 Monate, um theils ſeine rabbiniſchen Studien fortzuſetzen,theils aber die Lehren und Gebrauͤche der griechiſchen Kirche rechtzu ergruͤnden. Hier hatte er die Ehre, mit dem damaligen grie-chiſchen Patriarchen, ingleichen mit dem griechiſchen Abt Grade-nicus, der zugleich Bibliothecarius der Republik bey St. Mar-tus war, in Bekanntſchafft zu kommen, welcher letztere ihm denZutritt zu allen raren MScCten und deren Gebrauch geſtattete.Durch eben denſelben wurde ihm auch der Weg gebahnt, dervortreflich gelehrten und weitberuͤhmten Dame, Cornara Piſco-pia, etliche mal aufzuwarten, die ihn an 4 Cardinale, ingleichenan verſchiedene Fuͤrſliche Perſonen in Rom, eigenhaͤndig undauf das na pdruͤcklichſte recommendirte. Er reiſte alſo nach Flo-renz, beſahe daſcloſt das merkwuͤrdigſte, ſonderlich die großher-jogliche Bibliothek und machte ſich mu dem beruͤßmten Maguabecchidekannt, von dem er uͤberaus viele Hoͤflchkeiten empfeng. dan.
*