Band 
Vierter Theil von T - Z.
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332 Fellner.

Gottesgelahrtheit und morgenlaͤndiſchen Sprachen und zugleichzum Diaconat an der Kirche zu Altdorf beruffen. Sein Tauf—pathe und dauerhaffter Goͤnner, der Herr Kirchenpfleger und vor—derſte Curator der Altdorfiſchen Akademie, Guſt. Ge. Tetzel, war auchhiebey ſein vornehmſter Befoͤrderer. Den 22 Nov. hat er ſeine gedop-pelte Profeſſion mit einer oͤffentlichen Rede de genuina ſpuriisquetheologiam tradendi methodis angetretten, und im folgendenJahre iſt er auch hoͤchſt verdienter maſſen zum Doctor der Theo-logie an dem iaͤhrlichen Feſte gemachet worden. Durch LangensAbzug von Altdorf wurde er Archidiaconus an der Kirche,und durch Sonntags Tod gelangte er 1717 zum Paſtorate undund der vorderſten theologiſchen Profeſſion. Seines Ordens iſt erverſchiedenemal Decanus geweſenz der Univerſitaͤt Rector aber wollteer niemalen werden. Inzwiſchen verwaltete er alle ſeine vorbeſag-ten hochwichtigen Aemter mit groͤßter Treue, Sorgfalt und Ver-dienſten. Er war zwat von ſehr kraͤnklicher Leibesbeſchaffenheit,aber dieſer ohngeachtet in der Arbeit unermuͤdet, von welcherer ſich auch durch die Plage des hypochondriſchen Uebels nichtabhalten lies; wie denn noch lebendige Zeugen vorhanden ſind, daßer auch dann und wann auf dem Krankenbette ſeine Zuhoͤrer unter-richtet habe. So groß ſeine Gelehrſamkeit und Wiſſenſchafft war, ſogroß war auch ſeine Beſcheidenheit, Demut, und ſo exemplariſchſein Wandel. Im Predigen war er gruͤndlich gelehrt, beliebtund ernſtlich. Im Lehren floß ihm die Rede als ein Strom,und es konnten von ihm muntere und aufmerkſame Zuhoͤrer ineiner Stunde mehr lernen, als von manchem in einer ganzenWoche. Wenn ſeine Meynung in verſchiedenen Stuͤcken,welche die Grundwahrheiten unſerer Religion nicht betrafen,von andern Theologen abgieng, ſo trug er dieſelbe mit groͤßterBeſcheidenheit vor und konnte hernach den Widerſpruch obnehefflige Bewegung des Gemuͤths wohl leiden. Ob er gleich vonverſchiedenen Perſonen ſcharf angegriffen wurde, und es ihmdabey an noͤthigen Gruͤnden zur Behaubtung ſeiner Meynungnicht gemangelt haͤtte; ſo wollte er ſich doch mit keinem in ei-nen Streit einlaſſen, um die Bruͤderkriege in unſerer evangeliſchenKirche/ welche er oͤffters ſehr beklagte, nicht vermehren zu beten,

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