488 Scheurer.
————bald wieder nach Leipzig, lies ſich privatiſſime vom Hr. Dr.Hebenſtreit im Chaldaͤiſchen und Syriſchen Unterricht geben,und hielte dey Hr. Dr. Carl Gottlob Hofmann ein theoretiſchesund praktiſches Homileticum. 1733 beſahe er Halle, Witten-berg, Jena, Meiſſen und Dresden, und lies ſich beſonders amletztern Orte ale Merkwuͤrdigkeiten zeigen. Das meiſte Vergnuͤ-gen erweckte ihm der bey Loͤſchern, Gleich, Marpergern undEngelſchall gegoͤnnte Zutritt. Indem er nun Anſtalt machte,wieder nach Danzig zuruͤck zu gehen, erhielte er aus Nuͤrnber.ein ganz unvermuthetes Schreiben, mit dem Bedeuten, dader damalige Herr Kirchenpfleger, der unſterbliche Herr Hier.
Wilh. Ebner von Eſchenbach, auf Anrathen der Herren Pro-feſſoren, Rinkens und Schwarzens, ihn zum Hofmeiſter ſeinesaltern Hn. Sohns verlangte. Er erwählte alſo Nuͤrnberg vorDanzig und fande auch daſelbſt ſeine Befoͤrderung. Der An-fang hiezu wurde mit der Fruͤhpredigerſielle zu St. Walburgauf der Veſten gemacht, die er 1734 antrat. 1737 erhielte erdas Diaconat an der Kirche zum H. Geiſt im neuen Spital,und 1748 wurde er zum Diaconat an der Haubt- und Pfarr-Kirche zu St. Lorenzen beruffen, wo er noch mit Ver dienſtenſtehet. Er iſt ein Kenner und Liebhaber der Naturalien und ſamm-let eine vorzuͤgliche Bibliothek. Des Fürſtens von RudelſtadtDurchl. haben ihm das Comitiv ſowol, als die theologiſche Doc-torwuͤrde angebotten, ſo er aber beydes verbetten und dage-gen ein koſtbares Geſchenk in Gold erhalten hat- Seit 1738lebt er in vergngrat Ehe mit Fr. Kath. Suſanna, Hn. Joh.Kießlings, beruͤßmten Kaufmanns in Nurnberg, Tochter Nmit der er ro Kinder erzeuget, von welchen 4 Toͤchter und3 Soͤhne ſich noch am Leben befinden.
Siehe Hirſch. dipt.
Scheurer(Georg) war kaiſerlicher Notarius zu Nuͤrn-berg und gab heraus: Joh. Trithemi Buͤchlein von den 7 Erz-engeln der engliſchen Geiſter, 1706. 4. Caſp. Bruſchens Be-ſchreibung des Fichtelbergs, hat er 1683 wider drucken laſſen.
Schmid