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Vom sittlichen Ges chm ach*
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Der Geschmack, sagt man, sey so un-sicher , dafs es thöricht wäre, über seineUrtheile zu disputiren. Und von ihm soll-ten die ^ussprüche kommen, auf deren Be-stimmtheit die Strenge der Pflicht, auf de-ren Gleichförmigkeit und Beharrlichkeit dieHeiligkeit alles Sittlichen beruht? Das mo-ralische Gefühl ist verwiesen aus denGrundlegungen der Sittenlehre; versucht esetwa hier, unter einem neuen und modi-schen Namen sich wieder einzuführen?
Dafs der Geschmack unsicher ist, weifsman hoffentlich nur aus der Erfahrung.Und bestimmt aus solchen Erfahrungen, wo-zu die abweichenden Urtheile über sehrzusammengesetzte Gegenstände, alsüber ganze Werke der Kunst oder derNatur, Veranlassung gegeben hatten. Eä istkein Zweifel, dafs die Anzahl dieser Erfah-rungen sich nur vermehren würde , wennman Beyspiele von guten und bösen Cha-