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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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156
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zu nehmen. Von dem so bestimmten Null-puncte an, mag nun dieser oder jener Wille,der vertrauende oder der die Wahrheit sichzueignende, anfangen zu wachsen; einermehr, der andre'weniger, oder auch beydegleichmafsig : die Verurtheilung der Lügewächst durch beydes , indem dort die Bil-ligkeit, hier das Recht verletzt wird; andersund anders aber macht sich die Verurthei-lung selbst dann fühlbar, wenn sie in glei-chen Graden, nur bald nach der ! einen,bald nach der andern Idee, bald nach bey-den zugleich, erfolgt. Wie verschieden wirdhier die unbillige Täuschung eines vertrau-ten Freundes, dort die unrechtliche falscheAussage vor der Obrigkeit, empfunden!.Hingegen die reine Einfalt zu täuschen, wür-de tadelfrey seyn, wenn man nur beweisenkönnte, es gebe eine reine Einfalt; und dieauch als solche beharre, und nicht wenig-stens hinterher sich besinne , zum fort-dauernden Glauben entschliefse. Nicht gro-fses Bedenken pflegt sich einem Motive ent-gegenzusetzen , rohes Volk oder Kinder zu