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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Entstehung
Seite
159
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und Unbilligkeit für sich allein nicht schlimmgenug wären; als ob sie erst dann anfingenTadel zu verdienen, wenn sie zur eigentli-chen Tücke fortschreiten. Aber man hörtauch reden von der Erniedrigung, von derWegwerfung seiner selbst, von der Schmach,die sich der Lügner zuziehe. Wer seinenBlick an der verschiedenen Physionomie derIdeen geübt hat, erkennt hier ohne Müheeine Verurlheilung zufolge der Idee der Voll-kommenheit. Es möchte nun ein Zweifelaufsteigen können , was denn für eineSchwäche sich durch die Lüge verrathe;da gerade umgekehrt sich in ihr manchmalGewandtheit, Umsicht, Dreistigkeit hervor-thun, da sie sich überdem in heroischenCharacteren oftmals tief eingewurzelt findet.Aber es trifft sich wohl , dafs die Lenkerder Gesellschaften sich selbst nicht mit zucGesellschaft rechnen. Und eben den gesell-schaftlichen Menschen, nicht das Individuum,Verkleinert und vernichtet das, was den Glau-hen zurückstöfst. Denn durch den Glaubenhängen die Menschen zusammen, rechnen