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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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Seite
161
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Wachsamkeit und Zariheit des Gewissenszu empfehlen. Harte Maximen, zerbre-chen bey der ersten sichibaren Übertretung:und noch ehe sie zerbrechen, schaden siedurch veranlafste Selbsttäuschung, denn manverhehlt ihnen die kleinern Übertretungen.Aber dem Zartgefühl ist nichts zu verheh-len , es ahndet das Kleinste, wie es dasGröfste zurücktreibt; es läfst nie eine Ge-wohnheit entstehn , sich ein für allemal ge-wisse Arten der Falschheit zu verzeihen.Die Fälle, in denen es auch gegen denstreng gewissenhaften Mann, Vorwürfe kannauszusprechen haben , sind meistens Falleeines gedoppelten Vorwurfs; denn die Indiscretion , die solche Fälle mag veranlafsthaben, kann vom Tadel nicht befreyt blei-ben. *)

*) Es ist zu fürchten, dafs das hier Vorgetra-gene für viel leichter und bequemer auzu-Wemlen werde gehalten werden, als es ist.Vor allem wird man die Rubrik der indis-creten Fragen so weit auszudehnen suchen,als möglich; und das zwanglose Gespräch,Welches sich der Hoffnung überläfst, fragen

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