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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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Gunst der Zeit und der Umstände würdegewinnen müssen.

Diese Kraft, zu sich selbst Nein zu sa-gen , welche man unaufhörlich geschäftigsieht bei den seltenen Menschen, denen dieTugend natürlich ist, ' und zwar so ge-schäfftig, dafs mit der Bändigung des fehler-haften Strebens sogleich das Edle aus derinnern Fülle mit einer Energie hervorspringt,als liäLte das Positive sich aus dem Nega-tiven erzeugt, diese Kraft mufs da ge-fehlt haben, wo sich Laster einwurzelükonnten. Das Laster, welches, mit der Un-tugend gemeinschaftlich, durch die Tugendausgeschlossen wird, unterscheidet sich vonder Untugend, wie das contrar von demcontradictorisch - Entgegengesetzten. JederMangel in dem , was zur Tugend gehört,ist Untugend; das Laster hingegen ist selbstpositiv. Aber jedes einfache positive Begeh-ren , ist für sich gleichgültig , oder, wie»tan gewöhnlich sagt, unschuldig. Nur wenn esin ein Misverhaltnifs gerieth, konnte es Tadel

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