gen; sie widerstrebt jeder Trennung durchein Denken und Empfinden, worin einerohne den Andern sich vertiefen würde. Siestrebt, die Gränzen liinwegzuräumen, wo-«durch die Unterhaltung gehemmt wird; unddie Disharmonien aufzulösen , worin dasSelbsturtheil eines Jeden mit der gegensei-tigen Beurtheilung, ja, worin das Urtlieil mitdem Beurtheillen selbst sich finden möchte.So zur Tugend aufstrebend , wird j ! sieFreundschaft. Der Freund durchschautden Freund, — die Person, wenn schonnicht jede Notiz fürs Gescliäfftsleben. DerFreund läfst sich durchschauen vom Freun-de; er bietet sich dar, er eröffnet sich. —■Die mindern Grade der Freundschaft sind-vielförmig, so vielförmig wie das Productaus minderer Liebe, minderem Beyfall, min-der gelingender Unterhaltung , durch alleAbstufungen jedes einzelnen Factors, undalle daraus abfliefsende Folgen, nur immerwerden kann. Die Liebe in Menschen vonschwacher geistiger Bewegung scheut stattder geistigen Trennung die räumliche, und
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Buch
Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Seite
361
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