da liegt wenig an Arbeiten und Erholun-gen ; aufser sofern die Unterhaltung selbstdurch sie an Reichthum und Würde gewin-nen kann, — Aber in einem Zeitalter vonvielförmiger, und zugleich vielfach veränder-licher Cultür, wo sogar die redlichen Mei-nungen über das Beste und Schönste sichwiderstreitend zeigen; da fehlt es zur Liebean Geistesnähe, zur Achtung an der Aner-kennung gleicher Muster; und die Unterhal-tung hütet sich vor den ernsten Gegenstän-den , die den Disput reizen, sie spielt mitden losen Waaren des Zeitvertreibs. In ei-ner solchen Zeit mufs man gefalst seyn, er-mattende Gesinnungen zu ertragen; aus derAullösung der Verhältnisse sich zu erheben.Hier ist das Schwerste, nicht dem Zweifelan der Möglichkeit edler und fester Verhält-nisse Raum zu geben; und das Höchste, ih-rer noch in der Idee froh zu werden, wennschon die Wirklichkeit verloren ging; DerKampf stärkt zuweilen die nämliche Kraft,welche vom günstigem Geschick ihre Nah-rung erwartete. -
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Buch
Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
Seite
376
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