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Allgemeine practische Philosophie / von Johann Friedrich Herbart
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Familienverhältnisse übernehmen oftmalsdie Bürgschaft für bleibend^ Verhältnisseder Gesinnungen. Vortrefflich; nur müssensie alsdann nicht wiederum sich selbst leh-nen wollen auf jene ; sondern sie müssensich halten an ihrem eigenthümlichen Cha-racter. Diesen Character giebt sich die Eheschon durch die Hoffnung einer gemein-samen Darstellung des Persönlichen in künf-tigen Abbildern. Je vollkommner und durch-dringender diese Modificalion eines vorgän-gigen wohlbestimmten Gesinnungsverhällnis-ses : desto sicherer die Reproduction dernämlichen Gesinnungen. Denn die Ver-schmelzung der Persönlichkeiten, wenn sieauf beyden Seiten fest aufgefafst ist, .läfstkeine so bedeutende geistige Entfernung zu,die der Liebe schaden , die Beurtheilungentzweyen, die Fähigkeit zur gegenseitigenUnterhaltung vermindern könnte. Sie schliefsteine Nachsicht ein , welche der Schonunggleicht, die jeder für sich selbst zu liegennicht umhin kann. In der Sorge, dafs,beym An wachs der Familie, dem richtigen