Daß Numa Schüler deS Pythagoras nicht sey»konnte hat Dionystus mit überflüssiger Strenge erwie-sen: leider war es ihm gleichgültig ob die Erzählungsich schon in den ältesten Annalen, geschrieben ehe grie-chische Litteratur herrschend geworden war, fand, odererst von späteren aus einer oberflächlichen griechischenErlesenheit gebildet zu seyn schien. Die Römer müssenschon in alter Zeit von den Italioten eine dunkle Ver-ehrung für Pythagoras Weisheit empfangen haben, dasie ihm zur Erfüllung eines Orakels, als dem weisestenGriechen, eine Statue errichteten: und jene Sage magalso auch nicht jünger seyn als die übrige Dichtungvon Numa, wie wir ihren Inhalt kennen.
Numas Verwaltung, als er sich entschlossen seineEinsamkeit dem Wohl der Römer aufzuopfern, undAugurien die Wahl genehmigt hatten, erfüllte die Hoff-nungen und die Bedürfnisse des Volks. Er vereinigtebeyde Nationen zu einem Volk, und entzog sie derVerwilderung. Ohne Bedürfniß des Reichthums theilteer die Ländereyen welche Romulus als Königsgäter be-nutzt hatte unter die Besitzlosen: alle alte Gesetzgeber,und vor allen Moses, gründeten den Erfolg ihrer An-ordnungen für Tugend, Rechtlichkeit und gute Sitteauf die Sicherung erbliches Landeigenthums oder we-nigstens Landbesitzes für die möglich größte Zahl derBürger. Von dieser ersten Vorsorge wandte sich Numazur Gesetzgebung der Religion. Er ward als der Ur-heber des römischen Cäremonialgesetzes verehrt. Be-lehrt von der Camena Egeria, die ihm in sichtbarer