Band 
Erster Theil.
Seite
208
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Dichtungen hatLivius mit ächtem Sinn und unnachahm-lich für die Ewigkeit erhalten, wenn auch wir, frey vomherrschenden Geschmack rhetorisches Flimmers, Spurendieses Verderbens in des alten Horatius Rede mit schmerz-lichem Mißbehagen wahrnehmen.

Ich erinnere daher nur an die List, womit der Römi-sche König den Schein auf Alba warf den Krieg verschul-det zu haben: an die Unschiüssigkeit beyder Heere die sichlange gegenüber standen ohne eine Schlacht zu wagen:und an den Zweykampf der dreyfachen Brüder, welcherüber Albas Schicksal entschied. Für die kritische Prüfungder Geschichte ist es sehr merkwürdig, daß die Sageschwankte, ob es die Horatier oder die Curiatier waren,welche Roms Sache verfochten: die Volksgunsi desHo-ratischcn Geschlechts scheint für jenen Nahmen entschiedenzu haben. So schwankt die Sage immer zwischen den gradeentgegenstehenden Punkten: so sind in der nordischen Dich-tung die Nibelungen Burgunder, Hagen ist ChriemhildsBruder, und Brunhilds Heimat verlegt sie an den Rhein .

Alba unterwarf sich dem Joch des beschwornen Bünd-nisses; aber es ertrug schmerzlich, was Entscheidung desGlücks nicht der Nothwendigkeit zu seyn schien. Dasetruskische Fidena, fünf Millien von Nom, vertheidigtesich gegen den Eroberer mit vejentischer Hülfe. Zu die-sem Krieg kam das Aufgebot der Albaner unter ihremDictator Mettius ^ ) Fuffetius, dem, nach der Sitte der

alten

") Nach der Analogie von Vctkius ist diese Form, welcheauch Ennius gebrauchte, wahrscheinlich achter latinisch alsMettus, wie bey Livius gelesen wird.