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Erster Band. A - G.
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entspringen sollen ? Und sie entsprangum desto natürlicher hieraus, da da-durch allein der Mangel höhererWesen, die dem Dichter immer sonothwendig sind, ersetzt werdenkonnte; aus den heidnischen Reli-gionen waren solche jetzt nicht mehrzu nehmen, und die wirklichen höhcrnWesen aus der christlichen Religion,waren zu heilig und ehrwürdig, umsie zu Dichtcreyen zu gebrauchen.Freylich ist aber dieses nur in demMaße erfolgt, worin die Ueberbleib-scl der griechischen und römischenPoesie nicht zu Mustern genommenwurden. Und daher wird es, mei-nes Bedünkcns, begreiflich, warumdie Italiener, im Ganzen, nicht soviel, durchaus allegorische Gedichte,als d>e andern abendländischen Völ-ker, in diesem Zeitpunkte, erhaltenhaben. Zwar ist der Geist der Alle-gorie sichtbar genug in dem Werkedes Dante. Die ganze Anlage des-selben athmet, mehr oder weniger,diesen Geist. Religion, Gnade,Liebe leiten wenigstens die Begeben-heiten ein. Und Petrarch schrieb, be-kannter Maßen, dictrionke d’amore,deila castita, délia morte, déliafama, del tempo et délia divinità(bey den verschiedenen Ausgaben sei-ner rime befindlich; französisch vonD. de Harly, Par. 1 ; 14. f. 151g. f. mitK. VonJ. Meynier,Par. 1538-8- inVersen; von I. Ruyr, Troy. ,588.8- deutsch, Cörhen 1643.8-) dieun-sireitig nicht zu dem bessern Theil sei.ner Gedichte gehören. Auch zeigtsich die allgemeine Herrschaft jenesGeistes in noch viel spätern Zeitenzur Gnüge daran, daß das befreyteJerusalem sich allegorisiren lassenmußte; und vielleicht lassen sich auchmehrere Hirten - und Schäfergedichteder Italiener zu den Allegorien zäh-len. Allein die nähere Bekanntschaftmit den Classikern, zu welcher dieItaliener unstreitig früher als dieübrigen jener Völker gelangten, war

dein Allegorisiren zu wenig günstig,als daß es hätte durchaus herrschendwerden, oder lange sich erhalkenkön-nen. Wenigstens sind mir nicht vielallegorische Gedichte von Italienernbekannt. Die Verfasser der bessernsind: Ant. Lomi (llTempio d’Apol-lone, in s. Opere, Ven. 1744.) —

Frc. Algarotti (©. Congrefi'o diCitera, (s. den Art. Heldengedicht)gehört unstreitig hieher.) — P.Me-ralrasio (In s. W. Bd. 7. S. 361.findet sich itrada della gloria,i'ogno.) —

Ganz anders gieng die Sache beyden Franzosen. Sie hatten nichtallein, sehr frühe, poetische und pro-saische Uebersetzungen $unh Nachah-mungen von der Schrift des Boc-thius ( s. die lVIern. de i’Acad. des |lnlcript.S 5 . 7. ©. 2g3.B-i8-S.74>. Î

der Quartausg. und Maittaire's «

Annal, typogr. B. I. S. 171J wie kdie Consolations des lVloines i)0N> ^

Eccard, ums I. »120, die Conso- e

lations de la Theologie von Ger< l

son; sondern ganz eigne, gänzlich t

allegorische Gedichte. -Huon deMeri r

schrieb, ums I. >228 eines derglci- t

chen, unter dem Titel, Tournoyé- k

ment d’Antechrist, worin alle Tu- \

gcnden und alle Laster (die letztcrn t

unter der Fahne des, auf der Erbt r

erschienenen, Antichrist) handelnd, k

und kämpfend mit einander, aufgc< *

führt werden; und, der ums I. >3« *

verfaßte Roman de Richard del’lsle, e

ist, beynahe von derselben Art. 6

Echamhafligkeit, rMd Ginnenluß 8

(lluterie) halten einen Zwcykainpf v

darin, bey welchem die erstere, von z-

der letztem, in die Seine gestürzt 9

wird. Vorzüglich aber zeigt sich die- 6

fer Hang zum Allegorisiren in dem si

berühmten Roman de la Rose , an- b

gefangen von will), von Lorrir 2

(der ums I. 1262 starb, und dessen b

Antheil daran in ungefähr vier tau- si

send Versen besteht) und vollendet ^

ums Jahr 1310 von Jean de Me»n, c