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In einer ganz andern Absicht,nämlich um entweder die Allen blosherabzuwürdigen, oder sie gänzlichüber die Neuern zu erheben, ist, in-dessen, über ihr Verdienst, noch vielmehr geschrieben worden, und wasdiesen Zweck hat, habe ich geglaubt,besonders zusammen fassen zu müssen.Nicht in Frankreich entstand, wieman gewöhnlich zu glauben pflegt,der Streit über ihre Vorzüge, ob ergleich dorr, wie alle Slreirigkeiten,mit der mehrsicn Lebhaftigkeit geführtworden ist. Schon un iztcnJahrh,schrieb Bern. Accolri in Italien einWerk darüber (S. Acta Krud. 1690.S. 510.) Und wie man mir denWerken der Alten genauer und allge.meiner bekannt geworden war, führ-ten die Unterschiede zwischen ihrenund den Dichtungen des Tasso undAriost sehr natürlich zu bett bekann-ten Vergleichungen des P. Veni zwi-schen diesen Dichtern und dem Ho-mer und Virgil; und je nachdemnun Vorliebe für das Alte oder dasNeue, für dasFremde oder das Ein-heimische , u. d. m. in den verschiede-nen Schriftstellern obwaltete, je nach-dem fielen auch ihre Urtheile aus.Rücksicht auf die, aus verschiedenenZeiten, und aus verschiedenen Artenund Graden von Geistesbildung,nothwendig entspringenden Verschie-denheiten, und Rücksicht auf denGeist und das Wesen der Producreder Alten und Neuern, wurden da-bey nicht genommen. Einer- der er-sten aber, welcher ausführliche Ver-gleichungen dieser Art anstellte, warder bekannte Aless. Taflöni. Dasganze tote Buch seiner Pensieri di-verii, Carpi 1610. 4. Ven. 1627.4.handelt, in 27 Kap. von dem Unter-schiede zwischen den Alten und Neuern,und so wohl in Ansehung der Wis-senschaften, als in Ansehung derKünste, des Ackerbaues, der Beklck.düng, des Kriegswesens u. s. w.und er erklärt darin sich, größten»
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theils, für die letztem. Zwar setzter diese, z. B- den crstern im Trauer-spiel und im Lustspiel nach; aber vondem Homer sagt er, daß er pienodi sciapitezze sey, und ziehr ihmden Tasso und Ariost vor; und alseinen Beweis von der Größe undStarke der Beredsamkeit der Neuernführt er, unter andern, das Bey-spiel des bekannten Johann van Lcy-den an, der durch diese sich zum Kö-nige von Münster gemacht habe.Daß seine Behauptungen manchenWiderspruch, vorzüglich von Seitender Philologen, fanden, laßt sichaus einer, bald darauf erschienenenSchrift des See. Lancelorco, L’og-gidi, ovvero gl’ingegni modtrninon inferiori a'paisati, Ven. 1624.8- schließen. Allein hiemit war auch,so viel ichweiß, der Streit, im Gan-zen, geendigt.-In Frankreich
begann er eigentliche erst im I. 1687,als in welchem Lh. Perrault sein Ge-dicht, Le Siècle de Louis le Grandin der französischen Akademie vorlas,und auch drucken ließ, und woraufin dem folgenden Jahre eben diesesSchriftstellers parallèle des Ane. etMod. en ce qui regarde les Arts etles Sciences erschien , bas nachhernoch öfter, als par. 1692. 12. 4 B.Amlì. 1693.12. 4Db. herausgekom-men ist. Einer ber ersten , welchergegen die, darin vorgetragenen, Be-hauptungen sich erhob, war der hol-ländische Pros. Francius, in einer,zu Amsterdam, im I. 1689 gehalte-nen lateinischen Rede, über welchePerrault, zu Vertheidigung seinerSache, einen, in dem Mercure (I.1690. Mon. Merz) gedruckten Briefan Menage schrieb, und die einenDia!, du Sr. Devin entre Apollonet la Muse Polimnie (gedruckt ineben diesem Mercure, 1 . 1690. Mon.November) in Versen, und zu Gun-sten des Perrault, veranlaßte. Vonden übrigen Schriftstellern, welchean diesem Streite Antheil nahmen.