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Erster Band. A - G.
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Rücksicht hierauf hat unstreitig, selbstden besten Singspielen, den Dor-wurf der Unnatüriichkeit von Seitenderjenigen zuziehen müssen, welcheüber die Statur der menschlichen Lei-denschaften nachgedacht haben, undvon der Darstellung derselben, Wahr-heit verlangen. Daß wider dieseWahrheit nur zu oft gesündigt wor-den ist, würde sich sehr leicht erwei-sen lassen; und es fallt wirklich einwenig ms Lächerliche, wenn man, un-terandern, dieArien in unsern Operndurch die Chöre in den Trauerspielender Alten rechtfertigen will. Wareauch die Musik zu diesen vollkominenso beschaffen gewesen, wie sie es beyjenen ist: so stand denn doch dasChor der Alten in einem ganz andernBe hältnisse zu dem Ganzen derHandlung, als, die Hauptpersonenin irgend einem Drama, zu dem Gan-zen desselben stehen können. Auchwird, w.chrlich, dadurch, daß dieZuschauer einer Oper, bey dem Re-citativ oft Langeweile empfinden, undsich nach der Arie sehnen, nicht er-wiesen, daß die Theilnehmung andem Drama von der letztem abhängt.So richtig diese Bemerkung an und-für sich selbst ist: so laßt sie doch sichnur auf das Singespiel, als Singe-spiel, nicht als Drama, anwenden.Wer sieht denn nicht, daß bey jenerEmpfindung, nicht die Handlung,sondern nur die Musik, in Betrachtkommt? daß sie nur aus der Verglei-chung der verschiedenen Arten dieserletztem entspringt? Und wird dennauch das Singespiel je der Handlung,oder nicht nur vielmehr der Musik we-gen, besucht? Erhielte das Dramaüberhaupt, und als solches, nur durchdir Arie Interesse: so müßte ein Dra-ma, welches gar keine Musik hat,auch ohne alles Interesse seyn. In-dessen ist die Arie in dem Singespielder Neuern so alt, als das Singe-spicl selbst, und nicht erst, wie ver-schiedene Litteraroren behauptet ha-

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ben, von Ciccoginni, in seinem Ja-son, im I. 1640 hinzu gesetzt wor-den. H. Arteaga, in s. Geschichteder Jtal. Oper, B. ». S. 2;8 ». f.d. b. Uebers. hat dieses ausführlichgezeigt. Aber freylich sind mit demVerhältnisse derselben zum Ganzendes Singespieles mancherley Verän-derungen vorgegangen. In den frü-hesten Opern scheint kein Da Lapodabey Statt • gefunden zn haben.Wenigstens führt Brown, in f. Be-trachtungen über Poesie und Musik,S. 330 d. ö. Uebers. eine Oper desColonna, aus der Mitte des 17^1Jahrh, an, welche keines dergleichen,und die, von Ecarlatti, im 1 .1693gesetzte Teodora, welche nicht beyallen Arien dergleichen hat. —>

Was die Getzkunsk See Arie an-.betrist: so will ich wenigstens dieje-nigen Schriftsteller, welche von derSingecomposition überhaupt han-deln, oder darauf überhaupt Bezughaben, hier anzeigen, als: F. w.Marpurg (Anleitung zur Singecom-position, Berl. 1759. 4/) — Iac.Gchnbak (Von der musikalischen Dé-clamation, Gott. 1775. F.) Jof.Riepel (Harmonisches Sylbenmaß,Dichtcrn melodischer Werke gewid-met, und angehenden Singcompo-nisten zur Einsicht mit platten Bey-spielen, gcsprächweise abgefaßt, Re-gensb. 1776. foi. 2 Th.) >— 3 . P*Rirnberger (Anleitung zur Einge-composition . . . Berl. 1782.4. Dieübrigen, in H. Gruners Litteraturder Musik, Nürnb. 178z. 8. S- 46.§. >8. als hicher gehörig, angezeig-ten Schriften handeln nicht von dereigentlichen Singecomposition.) —'Er. de la Lepeve ( La Poétique, dela Musique, Par. 1785. 8- 2Bde- —Einzele, zum Theil, feine Bemerkun-gen über die Theorie der Arie findensich in Algarorri'Ä Versuchen über dieOpera, S. 24z d. U. — in despla'nelli Werk, DelP Opera in Mulica,Nap. 1772. 8- S. 143 U. f. — >"