Band 
Zweyter Band. H - R.
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letzten nvch jetzt erwecken, und umd/sto ehe bey ihren Völkern erweckenmußten. Aus dem, allmählich immergrößer gewordenen Unterschiede, oderder allmählich entstandenen Absonde-rung der verschiedenen Stände derbürgerlichen Gesellschaft von einan-der , und vielleicht auch aus den Ei-genheiten der christlichen Religion,hat für die neuern Europäischen Völ-ker, sich ein ganz anderer Begriffvon Größe, als die Alten habenkonnten, bilden muffen; und diesemzu Folge haben die neuern Helden,weder durch solche Springfedern inBewegung gesetzt-werden, noch solcheThaten verrichten können, als dieHelden der Alten. Die Unterneh-mungen, welche Homer besingt, sindnicht so wohl Wirkung oder Folgeweit absehender Plane, überlegterEntwürfe, kaltblütig ausgebuchterVorsähe von Seiten seiner Personen,als Uuternehniungen, wie sie ausden, allen Menschen, zu allen Zei-ten , eigenen Empfindungen zu ent-springen vermögen. In der Iliadeentwickelt sich Alles, aus der, demindividuellen Character des Achill,aus der ihm, als Mensch, zugefüg-ten Beleidigung; und in der OdysseeAlles, aus einer jedem Menscheneben so sehr, als dem Ulyß, natür-lichen Sehnsucht nach Vaterland,nach Weib und Kindern; und viel-leicht könnte man überhaupt mit ei-nigem Anschein von Recht sagen, daßHomer nicht so wohl Thaten und Be-gebenheiten, als Menschen und ihreCharaktere besingt; jene dienen nyr,diese ins Licht zu setzen, und sind ih-nen gänzlich untergeordnet. Auchkündigt er sich selbst nicht anders an.Er will den Zorn des Achill, und dieWeisheit des Ulyß besingen. Undhieraus nun entsteht, meines Be-dünkens, unsre Theilnehmung anden Begebenheiten selbst, unsre Be-reitwilligkeit, dem Helden allmthal-denzu folgen. Nicht diese Begeben-owe/rer Land.

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Heiken, sondern die Quelle derselben,hält uns fest. Schon bey dem Vir-gil verhält die Sache sich anders.Ihm scheint der Mensch allein schonnichts so viel werth gewesen zu seyn.Er laßt sogar in feincrAnkündigungdie Thaten desselben vorangehen;erst arma , dann virum : und nurbey der Dido erscheint Aeneas alseigentlicher Mensch, und auch hiernicht mehr ganz, als solcher; derStifter des Reichs sticht schon durch;und Handlungen, welche aus einer,dein Menschen überhaupt, so ent-fernt liegenden Quelle fließen, könnendiesen unmöglich mit sich fortreißen.Wer nicht mit dem Helden selbst sym-pathisirt, sympathisirt auch nicht mitden Handlungen desselben. Zwarkann die Schönheit der Darstellungnoch immer dem Werke Lheilneh«mung verschaffen; aber, auch dieschönste Stuccoarbcit ersetzt nicht denMarmor ; und man muß schon Künst-ler, und beynahe nichts als Künst-ler, oder doch Kunstliebhaber, seyn,um durch das, einem Fremden ge-hörige, Kunstwerk eben so sehr, ebenso innig, als durch ein eigenes affi-cirt zu werden, oder mit dem Dich-ter und nicht mit seinem Helden, sichzu beschäftigen. Hiezu kommt nochein anderer Umstand; die Begeiste-rung des Dichters wirb, in solchenFällen, uns immer, mehr oder we-niger, und wenigstens dunkel, er-künstelt scheinen; wir glauben nicht,daß ihm Thaten der Art im Ernsteso wichtig haben seyn, daß sie ihmso sehr zu Herzen haben gehen kön-nen, um darüber in Feuer undFlamme zu gerathen; wir glauben,daß diese, durch Nebmumstande,Nebenabsichten, so heftig haben an-geblasen werden müssen, wenigstens,in dem vorhabenden Falle, wir, diewir keine Römer sind; wir wünschenauch in ihm, den Patrioten gleich-sam dem Menschen untergeordnet zusehen, weil er immer doch zuerstB Mensch