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Zweyter Band. H - R.
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Und, nach einer Stelle des Servius(ad Georg. Lib.lL v. 38s) zu urthei-len , waren die bekannten Saturni.Nischen Verse der Römer sämmtlichgereimt. Auch finden sich, in denWerken der besten römischen Dich-ter, Reime genug. Wer kennt nichtdie Verse:

Dom tenera attondent fimae vir-gulta capellae,

Non canimus surdis; respondentomnia iylvac,

Quae nemora, aut qui vos ikltushabuere puellae.

Quos rami fructus, quos ipia vo-lentia rura

Sponte tulere iba, carpsit necferreajura etc.

Tom caput orantis nequicquametmulta parantis.

Oder:

Micat inter omnes

Julium sidus, velut inter ignés

Luna minores.

Non íatis est pulcra esse poërnata :dulcia sunto,

Etquocunque volent, animum au-ditoris agunto.

Oder;

Nec tibi Tyrrhena solvatur funisarena.

Quin etiam absenti prosunt tibi,Cynthia, venti.

In den ersten 40 Reimen des 'tenBuches des Metamorphosen sindallein acht Reime. Und einer derCommentatoren lateinischer Dichter,Jan. Donsa, in seinen Anmerkun-gen zum Propertius, Lib. I. cap. 3.hat bemerkt, daß die lateinischenDichter ein Vergnügen an diesenSpielen gefunden zu haben scheinen.Wenn aber auch diese Reime blos das

Werk des Zufalles waren, und dieDehaupkung des Servius eine andreErklärung litte: so haben die Reimesich denn doch sehr frühzeitig, alszur Poesie gehörig, in die lateini-schen Gedichte eingeschlichen. DerHeil. Ambrosius (374) schrieb einenHymnus darin, der sich anhebt:

Chorus novae HierufalemNovam meli duicedinemPromat colens cum sobriisPafchale seitum gaudiis.

Das erste Werk des H. Augustinus(395) gegen die Donakisten, ist eingereimter Gesang; und in des Acbil.Mucius Theatr. Berg. 1596. 8- fin-det sich ein, im I. 707. von einemMoyses Mutius geschriebenes, gan-zes lateinisches Gedicht von vierhun-dert gereimten Versen. Nur mußman diese lateinischen Reime nicht,wie Massieu, u. a. m. gethan , mitden sogenannten Leoniniscben Versenverwechseln; denn so heiße» eigent-lich nur die gereimten Hexameterund Pentameter, welche sich sehrgut von dem Pabst Leo dem aten(680) Herschreiben können. Auchwaren die Troubadours keinesweges,in den neuern Sprachen, die erstenDichter, welche den Reim gebrauch-ten; denn die romantischen Gedichtevon Normännischen Verfassern sindwenigstens eben so alt, als alle Pro-venzalische Gedichte, und sind allegereimt; und in der Folge wird essich zeigen, daß wir noch weit altereUeberbleibsel gereimter Gedichte be-sitzen. — Es fragt sich nun, wiederReim schon so frühzeitig in die altenSprachen, und zu einer Zeit, über.gegangen ist, wo diese Sprachen,wenigstens in den Werken gleichzei-tiger Schriftsteller, zum Theil noch,in ihrer alten Reinigkeit bestanden?Claudian, z. B. lebte spater, oderdoch zu gleicher Zeit mit den beydenangeführten Kirchenvatern. Hattevielleicht die Sprache des UmgangesN n 2 alle