Band 
Zweyter Band. H - R.
Seite
570
JPEG-Download
 

570

Rom

Rom

als Le magnificenzie e dignítà delPrete Jani — Lo innamoramentodi Melon e Beta — La rotta di Ba-biionia — La schiatta de’ Reali diFrancia e de Narbonese — L’isto-ria di Geuevra e Diomede — Hip-polite eLionora, sammt!, s.l.eta. 4.it. st. m.-

Kein Volk ist reicher an Gedichten,welche den Nahmen Romanze füh-ren, als die Spanier. Sie haben,unter dieser Aufschrift, zärtliche,historische, moralische, scherzhafte,Trauer - und so gar geistliche Ge-dichte, welche größtentheils in acht-sylbigen Versen, und vierzeilichtenStrophen abgefaßt, und deren Rei-me größtentheils Assonance» find.Ueber den Ursprung derselben bey ih-nen ist viel geschrieben worden; unddie Araber sind auch hier, so wie beydem Reime (s. diesen Artikel) bey derscholastischen Philosophie, u. d. m.das Losungswort gewesen. Frey-lich ist nichts bequemer bey Untersu-chungen, als so ein allgemeinesWort vorzuschieben, denn es über-hebt mancher Mühe; nur Schade,daß damit der eigentliche Untersu-cher nicht befriedigt wird. Er kannes um so weniger, da die Gewährs-männer dieser Sage, ein Huet, unddergleichen, Männer sind, derenPrüfungsgeist und Scharfsinn nichtsonderliche Proben aushält. Undwie in aller Welt hätten denn dieSpanier es erst von den Arabernlernen dürfen, Liebes-und Trauer-und heroische Begebenheiten in Ver-sen zu erzählen-? Von wem haben esdenn diese, oder die alten deutschenund nordischen Völker gehöret? Führtdenn die menschliche Natur nichtselbst darauf? Wo find denn die ei-gentlichen Beweise in dem Inhalte,dem Bau, der Versart der spani-schen Romanze für ihren arabischenUrsprung zu finden? Liegen sie et-wann darin so zu Tage, wie z. B.in dem neuern regelmäßigen Drama

die griechische Abkunft? — Ich gebees gerne zu, daß, bey dem Verkehrder Spanier mit den Arabern, esmehr Veranlassungen zu wunderba-ren, rührenden, heroischen Begeben-heiten und Situationen und zu Be-fingung derselben gab; aber Veran-lassungen zu Dichtungen, könnennoch nicht Ursprung derselben heißen.Sollten die Araber so sehr viel Ein-fluß auf die span. Litteratur gehabthaben: so müßten sich noch viel meh-rere Spuren davon in der spanischenSprache finden. Selbst der Nahme,Romanxe, stimmt nicht mit dieserBehauptung überein, eben sowenigwie Ton, und Gang, und Darstel-lungsart derselben. Je alter sie find,je simpler ist dieser Ton, dieser Gang,diese Darsteüungsart. Aber manvergleiche nur dieOopIas deC'alainosmit irgend einem ähnlichen arabischenGedichte; z. B. aus dem Moallakat.Und man hat die ältesten sogar znUebersetzungen aus dem Arabischenmachen wollen! (S. Carters Reisevon Gibraltar nach Malaga S. 340.)Eben so sehr widerspricht, im Gan-zen, der Versbau der Romanzen ih-rer arabischen Abkunft. Die ältestenderselben find zwar gereimt; und ein-und derselbe Reim scheint, so wie indem eben angeführten Moallakat,das Ganze mit einander zu verbin-den; aber die mehrestcn sind in Asso-nance» geschrieben; und von dieserVersart scheint, im Arabischen, sichkeinoSpur zu finden, und im Spa-nischen ist sie sehr späten Ursprunges.Auch die, von Easiri in dem rtenB.s. Bibliotheca Arabico-Hisp. Escu-rial. . . Mad. 176b. f. ©. 63 * 141angezeigten arabischen Dichter habenmehr Lehr-.als lyrische Gedichte ge-liefert; und die letzter» scheinen zuFolge Casiri s eigenen Worten (ebend.S. 127U. f.) nach den Mustern derHorazischen Oden gebildet zu seyn.—Als die ersten Verfasser spanischerRomanzen werden von Dieze in seiner

Ueber-