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Zweiter Band.
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Kämmereisystem von Lister. 37

sind und aus diesem Grunde bis jetzt nur beschränkte Anwendung gefundenhaben.

Zur Einteilung der von der Dressingmaschine kommenden Bärte inmöglichst gleiche Faserlängen diente früher die sogenannte Sortiermaschine,in welcher die Bärte vermittelst eines Luftstromes successive durch mehrere anzwei rotierenden Rädern angebrachte Zangen getrieben wurden, die sichselbstthätig öffneten und schlossen, und in denen die jeweilig passenden Faser-längen durch eine Kämmwalze ausgekämmt wurden 1 ). Desgleichen wareine Vorrichtung zum Ausziehen der langen Fasern aus den Kämmlingenim Gebrauch, die jetzt infolge der Vervollkommnung der Kämmerei gänzlichüberflüssig geworden ist. Die Watte gelangt hier vermittelst eines Systemsvon Lieferungswalzen zur Kämm walze, die die kürzeren Fasern herauskämmt,während die längeren von der Walze festgehalten und durch einen Trichternach den Abzugswalzen befördert werden; der Abgang wird von zwei ande-ren Nadelwalzen erfasst und abgeliakt.

Gehen wir jetzt zu den runden Kämmmaschinen über.

Eines der bezeichnendsten Momente in der Entwickelung der Florett-seidenspinnerei war die Erfindung der Kämmmaschine von Lister, der als-bald eine ganze Reihe anderer auf gleichem Prinzip beruhender Vorrich-tungen folgte 2 ), und an deren Verbesserung man noch gegenwärtigarbeitet. Dieselbe eignet sich speziell für mittellange und kurze Fasern,und zwar für Abgänge, welche nach dem zweiten, dritten und viertenDressieren verbleiben, und deren weitere Bearbeitung auf der Dressing-maschine die Klassen III, IV und V erzeugen würde; ebenso für die ganzkurzen Seidenkämmlinge (bourre), welche his dahin jeder weiteren Rei-nigung spotteten. Nachstehend ist beispielsweise die Kämmmaschine vonLister für kurze Kämmlinge und für mittlere Längen, sowie die vonTongue für langfaserigen Florett beschrieben. Die erstere Bauart derListerschen Maschine gehört ihrer Anwendung nach zwar in das Gebietder Bourrettespinnerei, wird aber des Zusammenhangs halber schon jetztbeschrieben.

Die Fig. 36 ist die Oberansicht einer zweiköpfigen Kämmmaschine fürkurzfaseriges Florettmaterial von Lister, Fig. 37 der vertikale Querschnittdurch die Hauptteile dieser Maschine. Die rotierenden Kreiskämme und ro-tierenden Kreiszangen stehen in diesen Maschinen in tangentialer Richtungzu einander. Die Fasern werden in eigentümlicher, genialer Weise von einemKreis in den anderen, von dem Speisekamm in die erste Kreiszange, vonder ersten Kreiszange in die zweite, von der zweiten in den kreisförmigenoder endlosen Abziehkamm übergeführt und auf diesem Wege an beliebigvielen Stellen durch besondere Kämmapparate ausgekämmt.

Der Speiseapparat A hat in allen diesen Maschinen folgende Anord-

*) Der praktische Maschinenkonstrukteur. 1881, S. 131.

2 ) Lohren, Die Kämmmaschinen für Wolle, Baumwolle und Seide. Stuttgart 1875.