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Zweiter Band.
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Das Feinspinnen.

messer aber die Spannung und damit die vom Läufer zu überwindendeReibung geringer wird. Das Bestreben, immer grössere Produktionsmengenzu erreichen, hat zur Erfindung von verschiedenen in sich selbst, aberelastisch gelagerten Spindeln, sogenannten Gravityspindeln, geführt, derenLagerung eine gewisse Seitenbewegung zulässt, die von selbst nach dem inder Mitte der Spindelachse gelegenen Schwerpunkt zurückkehrt und somitdie schädliche Vibration ausgleicht. Die in den Fig. 62—63 abgebildete Union-spindel ist eine der besten Gravityspindeln der Neuzeit. Die eigentlicheSpindel C ruht nicht direkt in der Hülse B , sondern in einer inneren,wenig flexibel gelagerten Ölbüchse A, durch deren Öffnungen das Öl stetsfrei bis zum Halslager der Spindel zirkuliert. Die flexible Lagerung undvorzügliche Ölung gestatten eine Tourenzahl bis zu 12000 pro Minute,ohne dass ein Warmlaufen der Spindel zu befürchten ist.

Die Ringspinnmaschine hat gewöhnlich zwei Spindeltrommeln S, einenflachen Aufstecktisch oder ein zweistöckiges Aufsteckgatter A und dreiReihen Streckzylinder C. Die Fadenbrettchen F, welche die Fadeuführerenthalten, lassen sich mittels Kurbel und Hebelvorrichtung sämtlich zugleichnach oben Umschlägen, um das Abziehen und Aufsteckeu der Bobbinen Bzu erleichtern. Der Hub der Ringbänke E ist gleichmässig und schreitetstufenweise aufwärts. Die Aufwindnng des Fadens geschieht auf Papier-hülsen oder Holzspulen von unten nach oben in Copsform. Zu diesemZwecke muss der Ausgangspunkt der Aufwindebewegung (copping motion)nach jeder aufgewundeneu Schicht um eine Fadendicke in die Höhe rücken,was mittels des Herzhebels H und des Schaltrads Z, der damit verbundenenKetten IC und Rollen oder Gelenkhebel I erreicht wird. Der Schaltrad-wechsel bestimmt die Copsform und zwar muss der richtige Wechsel durchVersuche festgestellt werden.

Da die Florette gewöhnlich in 4—5 verschiedenen Faserläugen resp.Qualitäten versponnen werden, unterscheiden sich diese Continue- oderWatermaschinen in Spindeltourenzahl und Zylinderdurchmesser voneinander.Auch vermindert sich hier, wie wir schon bei der Präparation gesehen haben,die Entfernung zwischen Einzugs- und Lieferungszyliuder entsprechend derFaserlänge. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei, dass der letzte Trans-portzylinder, der den Vorgarnfaden an den Auszugs- oder Lieferungszylinderabgiebt, der Faserlänge entsprechend gestellt ist. Es kommt hier nicht,wie bei der Stellung des Einzugs- zum Lieferungszylinder, die Länge dergrössten Fasern, sondern die der kleineren und kürzeren in Betracht.Wenn also der Abstand zwischen Einzugs- und Lieferungszylinder derlängsten Faser in der betreffenden Qualität entspricht, so richtet sich dieEntfernung des kleinen oder letzten Transportzyliuders und des Lieferungs-zylinders nach der Länge der kürzesten Faser. Ist der erwähnte Zylindernicht richtig gestellt, so entstehen fehlerhafte Stellen. Infolge der ver-schiedenartigen Behandlungsweise des Florettmaterials in der Kämmereilassen sich darüber keine bestimmten Angaben machen. Bei einiger Auf-