Statistik der Seidenspinnerei.
107
verbleibt indessen in Asien und den übrigen Produktionsländern, wo sie vonden Eingeborenen in ziemlich roher und wenig lohnender Weise verarbeitetwerden. Ein verhältnismässig geringer Teil nur kommt der europäischen und amerikanischen Florettindustrie zu gute, wie die nachfolgenden Aus-fuhrzahlen beweisen.
Exportland Rohes Florettmaterial
China. 4100000 kg
Levante. 1450000 „
Sonstige Länder Asieus . 350000 „
8700000 kg
Auf Europa kommen ca. 8000000 kg und auf Amerika der Rest.
Die mechanische Seidenspinnerei ist englischen Ursprungs. Im Jahre1827 wurden in Halifax und dann in Yorkshire die ersten Etablissementserrichtet. Im Jahre 1860 betrug die Florettproduktion Englands schon135000 kg der langfaserigen und 402000 kg der kurzfaserigen Gespinste,im Jahre 1880 700000 kg. Im letzten Decennium nahm die englischeFlorettindustrie einen gewaltigen, durch maschinelle Fortschritte bedingtenAufschwung; bereits 1882 betrug die Einfuhr des Rohstoffes über 2 Mil-lionen kg, und gegenwärtig ist die englische Produktion der Fantaisiegarneeine der bedeutendsten. Spezialitäten Englands sind die sehr feinen (No.120—-200), in der Weberei, Strickerei, Tüll- und Spitzenfabrikation ver-wendeten Fantaisies, die besten hellfarbigen Qualitäten der Chappe, sowieNähseiden und Cordonnets in hohen Nummern.
Aus England gelangte die Florettindustrie nach der Schweiz . Dorthatte sie als Hausindustrie bereits im J. 1555 bestanden *) und war imXVIII. Jahrh. namentlich an den Ufern des Vierwaldstädtersees rege be-trieben worden. Die erste mechanische Florettspinnerei entstand 1830 inBasel ; im J. 1880 waren bereits 115000 Spindeln im Betriebe 2 ). Im J.1891 war die Spindelzahl nur 110113, die Leistungsfähigkeit derselben hatsich aber im Laufe dieses Decenniums wesentlich verbessert. Im J. 1882betrug die Produktion der Schweiz ca. 800000 kg Chappe 3 ). Der Verkehrvon Florett und Fantaisies in der Schweiz ergiebt sich aus folgenden Zahlen: