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Zweiter Band.
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Verfahren von Langhans.

dem die Masse nach 20—25 Minuten ganz rauh und pergamentartig ge-worden ist, bringt man sie in ein Kupfergefäss mit Siebboden und presstdie Säuren heraus, worauf sie mehrere Stunden tüchtig gewaschen wird.Die Nitriermischung ist jetzt um 1 j 3 schwächer geworden und wird durchZusatz starker Salpetersäure wieder auf die ursprüngliche Stärke gebracht.Die Cellulose nimmt 20°/ 0 Stickstoff auf. Die Nitrocellulose wird pulveri-siert und stark ausgepresst. Das Bleichen der letzteren erfolgt mit demunbeständigen Thonerdemagnesiumhypochlorit, das aus 100 kg Chlorkalk,60 kg Thonerdesulfat, 23 kg Magnesiumsulfat und 2000 1 Wasser herge-stellt wird und, weil es das Chloroxyd leicht abgiebt, eine rasch bleichendeWirkung ausübt. Die von dem anhaftenden Chlor durch Waschen mitHyposulfit befreite Nitrocellulose wird pulverisiert, unter hydraulischemDruck entwässert, und in einer hermetisch verschlossenen Zinkkufe in fol-gender Mischung (pro 50 kg Material) gelöst: 800 g Eisessig, 9,2 kg Äther,18,4 kg Aceton, 6,6 kg Alkohol 95°, 3 kg Toluol, 2 kg Kampfer oderHarz, 10 kg Rizinusöl. Man lässt alles 24 Stunden lang in dem hermetischverschlossenen Gefässe einweichen. Nach dieser Zeit ist die Masse zu einerzähen Paste geworden, die man vermittelst geheizter Zylinder einige Stun-den lang bearbeitet, wobei sie eine gleichmässige Konsistenz annimmt undelastisch wird. Die entweichenden Dämpfe werden aufgefangen und 20 bis25 °/ 0 der flüssigen Bestandteile regeneriert. Hat die Masse auf dem Ka-lander eine gewisse Zähigkeit und Steifheit angenommen, so wird sie ab-gekiihlt und unter energischem und sorgfältigem Umrühren mit einer Lö-sung von Albumin, Gelatin und Protein (?) in Eisessig versetzt. Die erhal-tene zähe Masse wird dann in einer Maschine, die mit 1000 Spinuöffnnngenvon 0,1 bis 0,05 mm Weite arbeitet, in Fäden verwandelt, die in üblicherWeise aufgehaspelt werden. Eine Maschine liefert täglich 2 kg Gespinst.Um die Fäden elastischer und fester zu machen, werden sie mit einer Gerb-stofflösung imprägniert.

Bekanntlich wird die Cellulose durch Einwirkung von Säuren, nament-lich von Schwefelsäure, in eine unter dem Namen vegetabilisches Pergamentbekannte Masse verwandelt, die chemisch dieselbe Zusammensetzung zeigt,wie der Ursprungsstoff, durch ihr osmotisches Verhalten jedoch und ihrebeträchtlich erhöhte Festigkeit und Zähigkeit auf stattgefundene Molekular-veränderungen hinweist. Man könnte diese Reaktion mit einigem Rechtals ein Aufschmelzen der Moleküle im physikalischen oder eine Dissoziierungderselben im chemischen Sinne bezeichnen. Dieselbe Wirkung wie Schwefel-säure übt auch Phosphorsäure aus *). Durch anhaltende Einwirkung ver-dünnter Säuren kann man die Cellulose unter Mitwirkung mechanischerFaktoren in eine plastische Masse verwandeln, die sich in derselben Weiseverspinnen lässt, wie Kollodium. Diese Idee liegt dem LanghansschenVerfahren 2 ) zu Grunde, das den Zweck verfolgt, die Ubelstände zu besei-

Compt. rend. 1846 S. 918. — s ) D. R.-P. 82857.