Verseidungsverfahren.
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Weise behandelten Gespinstfasern in einem Autoklaven bei einer Temperaturvon 190° ca. 14 Stunden lang behandelt, während ein starker dynamo-elektrischer Strom durch die Flüssigkeit geleitet wird. Dadurch soll dasNiederschlagen des Fibroins auf die Faser beschleunigt werden. Der Prozesswird so lange fortgesetzt, bis in der Auflösung keine Spur von Seide mehrnachzuweiseu ist. An Stelle der Essigsäure können Oxalsäure, Soda, Pott-asche oder Ammoniak als Lösungsmittel verwendet werden*). Man erhitztdas flüssige Ammoniak mit einer entsprechenden Quantität Seide im Auto-klaven bei 12 Atmosphären Druck und etwa 190°. Die ammoniakalischeFibroinlösung mischt man mit Talg (Palmitin- und Margarinsäure) und be-wirkt die Verseifung der Fette, indem man das Ganze so weit erhitzt, bissich eine Gallerte gebildet hat. Die Behandlung des Fasermaterials mitdieser Flüssigkeit von 1,28 sp. G. dauert zwei Stunden bei 190° und unterDruck, aber diesmal ohne Benutzung des elektrischen Stromes.
Ein anderes, weniger umständliches Verfahren ist das von Brod-beck 8 ). Eine Lösung der Seide in Säuren, Alkalien, Kupfer-oder Nickel-oxydammoniak wird auf ein Fasermaterial niedergeschlagen, welches zuvorbei niedriger Temperatur mehr oder weniger hydratisiert und in seiner phy-sikalischen Beschaffenheit durch die Einwirkung von Säuren und Alkalienbeeinflusst worden ist. Die Hydratisierung erfolgt entweder mit Hilfe vonSchwefelsäure von 1,53—1,56 sp. G. oder Atzalkalilösungen von 1,35—1,40sp. G., je nach der Natur der Faser; die Temperatur wird dabei auf 4—8°gehalten. Beim Austritt aus dem Bade wird das Material gut gewaschen,dann getrocknet und zwecks Verseidung abwechselnd mit folgenden Lö-sungen behandelt: erstens mit einer möglichst konzentrierten Lösung vonFibroin in Alkali oder in Nickel- oder Kupferoxydammoniak, und zweitensmit einer Lösung des Fibroins in Salzsäure, Phosphorsäure oder Schwefel-säure. Bevor man zur Verseidung schreitet, beizt man noch das Materialmit einer metallischen oder Gerbstoffbeize, deren Wahl von der Färbungabhängt, die man geben will; hierdurch wird zugleich die nachträglicheFixierung des Fibroins gefördert. Zum Schluss führt man das Materialnoch durch ein angesäuertes Wasserbad. Den richtigen Seidenglanz erzeugtman daun durch das bei der Appretur der Seidengewebe übliche Polieren.
Nach folgendem Verfahren, das wenigstens den Vorzug der Einfachheitbesitzt, arbeitet das französische Patent von Müller (92 929). Man ver-wendet die Lösung der Seide in Salzsäure, Nickel- oder Kupferoxydammo-niak. Die Pflanzenfaser wird in dieser Lösung kurze Zeit behandelt undnach dem Auspressen einige Stunden in laufendem Wasser gewaschen oderin schwach alkalischen oder sauren Bädern behufs Ausfüllung des Fibroinsbehandelt.
Die Idee, Pflanzenfasern zur Erzeugung von Seidenglanz mit einerdünnen Schicht von Kollodium zu überziehen, bildet den Gegenstand des
>) D. R.-P. 10416. — ») D. R.-P. 64457.