Verhalten zum polarisierten Licht.
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zwei Nicholschen Prismen verseilen, mit polarisierten Lichtstrahlen arbeitenkann, einige Anhaltspunkte für die Beurteilung der speziellen Natur ein-zelner Seidenarten liefern. Besonders bei Verdunkelung des Gesichtsfeldeslässt das polarisierte Licht sehr charakteristische Farbenreaktionen hervor-treten; selbstverständlich muss vorher die Basthülle durch Macerieren mitChromsäurelösung entfernt werden. Je nach der Stellung des Fadens (obmit der schmalen oder breiten Seite aufliegend) sind die Polarisationsfarbenmehr oder weniger deutlich und kontrastierend. Das Polarisieren bei dermikrometrisclien Messung lässt in beinahe mathematisch exakter Weise aufeine gleichmässige Struktur in der ganzen Länge der Seidenfaser scliliessenund könnte in dieser Hinsicht bei der Untersuchung der Seiden auf ihreBeschaffenheit gute Dienste leisten. Bei der regelmässigen echten Seidetreten die Polarisationsfarben von bestimmter Nuance in ziemlicher Längeauf, während bei der Yamamayseide und in erhöhtem Mafse bei den un-regelmässigen wilden Seiden die Farben häufig wechseln und öfters nurlängliche Flecke bilden. Indessen treten diese Farbenreaktionen nur beiwenigen Seiden, wie A. selene, weniger bei A. Faidherbii und der Aylanthus-seide mit genügender Schärfe hervor und sind z. B. bei der Tussah undYamamayseide weuig ausgesprochen, so dass zur Unterscheidung einzelnerSeidenarten vermittelst Polariskopes viel Erfahrung erforderlich ist.
Nachstehend sind die physikalischen Verhältnisse einiger Seidenartenangeführt, um als Anhaltspunkte bei der mikroskopischen Untersuchung zudienen. Dabei ist der Kürze halber der äussere Kokonfaden als Florett-faser, der mittlere als Feinfaser und der innerste als Wattefaser bezeichnetworden.
Maulbeerseide (B. mori). Meist ohne jede Struktur, sehr selten mitachsialer Streifung; mit verdünnter Chromsäure nimmt auch die struktur-lose Faser die feinfaserige Streifung an. Polarisationsfarben sehr deutlich.
Tussahseide (A. mylitta). Dunkelgrauer oder brauner Faden mitkörniger und sehr dicker Leimschicht. An den Fein- und Wattefasernhäufige breite und schiefe Kreuzungsstellen. Polarisationsfarben wenigdeutlich.
Eichenseide (A. Pernyi). Sehr flache Faser, nämlich 60—80 p. breitund nur 8—10 p. dick. Kreuzungsstellen spärlich und wenig ausgesprochen.
Yamamayseide (A. Yamamay). Platter, schwachgelber Faden. DieFlorettfaser ist von einer dicken homogenen Leimschicht, die Feinfaser voneiner dünnen, nur stellenweise erhaltenen, und die Wattefaser von einer kör-nigen Basthülle umkleidet. Polarisationsfarben wenig deutlich.
Aylanthusseide (A. Cynthia). Bräunlich, manchmal schraubenartigum die Achse gedreht; die Leimschicht ist körnig und häufig auf langeStrecken hin nicht zu sehen. Durch Kupferoxydammoniak geht die Schich-tung der Faser unter starker Aufquellung verloren.
Senegalseide (A. Faidherbii). Feinfaser gelblich, Florettfaser silber-weiss und Wattefaser bräunlich. Faden glatt und ausser bei der Florett-